Psychologe Jürgen Walter ist überzeugt, dass die Titans nicht aus der Bundesliga absteigen.

Auf ein Neues: Sportpsychologe Jürgen Walter (links oben) glaubt an den Ligaerhalt der Titans.
Auf ein Neues: Sportpsychologe Jürgen Walter (links oben) glaubt an den Ligaerhalt der Titans.

Auf ein Neues: Sportpsychologe Jürgen Walter (links oben) glaubt an den Ligaerhalt der Titans.

Uwe Schinkel

Auf ein Neues: Sportpsychologe Jürgen Walter (links oben) glaubt an den Ligaerhalt der Titans.

Wuppertal. Für Volleyball-Bundesligist Wuppertal Titans wird die Lage immer prekärer. Nach der Niederlage in Leipzig hat der Klub schon vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Vor dem nächsten "Endspiel" am morgigen Mittwoch gegen die SG Eschenbacher Eltmann (19 Uhr, Bayer-Halle) sprach die WZ mit dem Sportpsychologen Jürgen Walter, der die Titans betreut.

Herr Walter, sind die Titans noch zu retten?

Jürgen Walter (53): Das ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Die Titans sind dann abgestiegen, wenn es rechnerisch nicht mehr für die erste Liga reicht. Ich bin aber optimistisch, dass sie in der Liga verbleiben. Es werden noch Überraschungspunkte eingefahren. Da bin ich ganz sicher.

"Die Spieler sollen lernen,
sich selbst zu beschummeln."

Die Niederlage in Leipzig war ganz bitter. Was muss jetzt in den Köpfen der Spieler passieren?

Walter: Die Moral im Team ist gut - soweit das mit den zwei neuen Verletzten (Anmerk. d. Red.: Oliver Gies und Julian Stuhlmann) möglich ist. Die Mannschaft versteht sich als Team super, da gibt es keinen Streit. Sie hadert allerdings immer mit sich, dass sie gegen gute Teams gut gespielt hat und trotzdem verlor. Sie beschäftigt sich zu viel mit dem was war. Der Blick nach vorne ist wichtig. Das Gewesene muss abgehakt werden.

Mit welchen sportpsychologischen Methoden arbeiten Sie bei den Titans unter anderem?

Walter: Die Sportpsychologie ist kein Geheimnis, wir laufen ja nicht über glühende Kohlen. Es gibt das "Bio-Feedback", bei dem ein kleiner Sensor an den Finger angebracht wird. Dabei werden der Hautwiderstand und die Temperatur gemessen. Das Ziel ist zu erkennen, wie sich die Spieler in verschiedenen Situationen entspannen oder nicht entspannen können.

Ich arbeite weiterhin mit der Diagnostik, mit wissenschaftlichen Fragebögen, wo es um Messung der Leistungsangst geht oder ob sich Spieler über gute Leistungen freuen können oder nicht. Die Spieler sollen lernen, sich selbst zu beschummeln. Wenn es 23:20 für die Titans steht, sollen sie denken, dass es 20:23 gegen sie steht, damit leichte Fehler vermieden werden. Jeder Ball ist wichtig, im Kopf wissen das die Spieler auch, die Frage ist immer nur, ob sie es abrufen.

Wie stimmen Sie das Team auf das Spiel gegen Eltmann ein?

Geboren am 20. Dezember 1955 in Düsseldorf. Verheiratet. Hobby: Tischtennis

Diplom-Psychologe und Sportpsychologe in Düsseldorf

Aus der ersten Volleyball-, Tischtennis- und Handball-Bundesliga, sowie Fußball 2. Liga (Frauen) und Billard-Weltklasse-Spieler

Walter: Die Volleyballer der Titans sind hochintelligente Leute, da muss man nicht von vorne beginnen oder ein neues Konzept entwerfen. Mittags vor dem Spiel werde ich mit ihnen eine Entspannungsübung durchführen und sie einstimmen. Das kann mit speziellen Reizen geschehen.

Die Spieler sollen einfach Spaß am Spielen haben und es wertschätzen, dass sie gute Volleyballer sind. Positives Denken ist sehr wichtig. Wenn sie zum Beispiel zum Aufschlag gehen, dürfen sie nicht daran denken, dass der Ball ins Netz oder ins Aus gehen könnte, sondern ein positives inneres Bild abrufen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer