Der Wuppertaler Holger Fach steht als Trainer des Fußball-Zweitligisten FC Augsburg vor einer spannenden Rückrunde.

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Holger Fach sitzt beim FC Augsburg wieder fest im Sattel. (Archiv

Holger Fach sitzt beim FC Augsburg wieder fest im Sattel. (Archiv

dpa

Holger Fach sitzt beim FC Augsburg wieder fest im Sattel. (Archiv

Als St. Paulis Torwart-Routinier Matthias Hain am 19. Oktober vergangenen Jahres ein harmloses Bällchen unmittelbar vor dem Abpfiff zum 3:2 für den FC Augsburg passieren ließ, da "rettete" er damit FCA-Trainer Holger Fach den Job. Die Bayern lagen zu diesem Zeitpunkt nach sieben Spieltagen auf dem vorletzten Tabellenplatz. Eine neuerliche Niederlage hätte sicher die Beurlaubung von Fach bedeutet. Nach diesem glücklichen 3:2-Erfolg ging es für die Augsburger steil bergauf. Kein Spiel wurde seitdem verloren, und nun liegt der Klub als Sechster der 2. Bundesliga nur drei Punkte hinter dem Relegationsplatz zum Aufstieg in die 1. Liga.

Vor dem heute beginnenden Trainingslager der Augsburger in Ayamonte Huelva (Spanien) sprach die WZ mit dem 46-jährigen Wuppertaler, der in der Jugend beim ASV spielte und den SV Borussia, den Cronenberger SC und den SVBayer trainierte.

Herr Fach, was haben Sie Matthias Hain als Dankeschön für die "Rettung" zu Weihnachten geschenkt?

Holger Fach: Keine gute Frage. Da hatten wir Glück, zugegeben. Aber vorher hatten wir mit Schiedsrichterentscheidungen gegen uns auch Pech, und insofern gleicht sich alles mal aus. Außerdem wollen wir unser ursprüngliches Saisonziel nicht aus den Augen verlieren.

Und das wäre?

Fach: Nachdem der FC Augsburg am Ende der letzten Saison den Abstieg nur ganz knapp vermieden hat, wollen wir einen Tick besser abschneiden. Und danach sieht es im Moment wohl aus.

Aber bei Ihrer Entlassung hätte ein Anderer Ihre Lorbeeren geerntet, oder?

Fach: Das sind Spekulationen, mit denen ich mich nicht beschäftige.

Haben Sie nach dem miesen Auftakt auch mal an sich selbst gezweifelt?

Geboren am 6. September 1962 in Wuppertal.

SV Bayer Wuppertal, ASV Wuppertal, Fortuna Düsseldorf, Bayer Uerdingen, Borussia Mönchengladbach, Bayer 04 Leverkusen, TSV 1860 München.

Cronenberger SC, Borussia Wuppertal, SV Bayer Wuppertal, Borussia Mönchengladbach (Amateure), Rot-Weiss Essen, Borussia Mönchengladbach (Bundesliga), VfL Wolfsburg, SC Paderborn, seit April 2008 beim FC Augsburg.

Fach: Nein. Wenn Sie sehen, dass wir in der Anfangsphase gegen Nürnberg, Duisburg, Mainz oder Freiburg gespielt haben, dann war der schlechte Tabellenstand nicht mehr so verwunderlich.

Und wenn Sie jetzt drei Punkte hinter dem Relegationsplatz und vier hinter dem Aufstiegsplatz liegen, geraten Sie dann nicht auch mal ins Träumen?

Fach: Ganz richtig, das sind Träume. Realität ist, dass wir 13 Punkte Abstand zum Abstiegsplatz haben und noch 10 bis 20 Zähler brauchen, um für die nächste Saison planen zu können.

Ihr Co.-Trainer ist mit Sascha Franz ein Mann, den Sie in den 90ern bei Bayer Wuppertal trainiert haben. Haben Sie ihn mit nach Augsburg gebracht?

Fach: Nein, ich habe Sascha Franz von meinem Vorgänger Ralf Loose übernommen und zu ihm, wie auch zu meinen Jungs, ein ausgezeichnetes Verhältnis.

Das soll nicht zu allen Vereins-Verantwortlichen so sein.

Fach: Das möchte ich jetzt nicht kommentieren.

Haben Sie eigentlich noch Verbindungen nach Wuppertal?

Fach: Ja klar. Hier wohnt meine Familie, hier habe ich ein Haus und komme möglichst einmal pro Woche nach Hause. Außerdem verfolge ich natürlich die Situation beim WSV.

Spielen Sie auch noch selbst Fußball?

Fach: In meinem Alter wird man nicht mehr besser sondern schlechter. Deshalb sollte man es lieber lassen.

Aber ins Seitenaus fliegende Bälle kicken Sie noch immer millimetergenau zum einwerfenden Spieler.

Fach: Das werde ich hoffentlich auch noch mit 60 machen.

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