Die Vohwinkeler schließen sich zusammen, und auch am Eckbusch formiert sich Protest.

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Das Vohwinkeler Stadtbad an der Ehrenhainstraße ist von der Schließung bedroht.

Das Vohwinkeler Stadtbad an der Ehrenhainstraße ist von der Schließung bedroht.

Uwe Schinkel

Das Vohwinkeler Stadtbad an der Ehrenhainstraße ist von der Schließung bedroht.

Vohwinkel/Eckbusch. Bei den Frühschwimmern zeigt man sich entsetzt, Stammgäste des Hallenbades sind frustriert - die Diskussion um eine mögliche Schließung des Vohwinkeler Stadtbades an der Ehrenhainstraße ist längst entbrannt. Zumindest derzeit kann niemand ausschließen, dass Wuppertals drittgrößter Stadtteil langfristig ohne Schwimmgelegenheit auskommen muss.

Doch obwohl das Aus im Raum steht, werde an der Ehrenhainstraße noch Geld in die Hand genommen, reklamiert eine Vohwinkelerin gegenüber der WZ: Geplant sei, einen neuen Notausgang zu bauen.Das stimmt, wie Martina Eckermann von der Stadtverwaltung bestätigt. "Es muss ein zweiter Fluchtweg geschaffen werden, weil wir sonst Probleme mit der Bauordnung bekommen würden." Kostenpunkt für diese Maßnahme: geschätzte 30.000 Euro. In Vohwinkel gehen die Meinungen dazu auseinander. Einige der regelmäßigen Besucher des Bades fragen sich, ob die Investitionen womöglich als positives Zeichen zu deuten sein könnten, andere sind skeptisch.

Noch steht nicht fest, was vom Sparpaket umgesetzt wird, bekanntlich kann nicht vor dem Frühjahr entschieden werden. Eines sei allerdings klar, ist von der Stadt zu hören: "So lange das Hallenbad geöffnet ist, müssen die notwendigen Arbeiten vorgenommen werden", betont Martina Eckermann. Dazu gehöre zum Beispiel die Beseitigung "diverser kleinerer Fliesenschäden - ganz einfach aufgrund von Verletzungsgefahr". Auch diese Arbeiten seien in den veranschlagten 30.000 Euro enthalten, ergänzt Uwe Flunkert vom Wuppertaler Gebäudemanagement. "Das ist aber die Maximalsumme", betont er, "möglicherweise wird es günstiger." Ab dem 25. Januar schließt das Hallenbad für die Dauer der Arbeiten von voraussichtlich drei Wochen. 

In Vohwinkel wird derweil überlegt, wie man dem drohenden Ende begegnen kann. Die Stadtteilpolitiker der Bezirksvertretung (BV) Vohwinkel wollen sich fraktionsübergreifend zu einer Arbeitsgruppe zusammenschließen. Auch der Vohwinkeler STV mit seinem Vorsitzenden Mathias Conrads will aktiv werden und hat sich für den Erhalt des Hallenbades mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zusammengetan. Die beiden Vereine vertreten nach eigener Aussage rund 450 aktive Schwimmer. "Neben den beiden Sportvereinen nutzen elf Vohwinkeler Schulen mit circa 45 Schulklassen pro Woche das Stadtteilbad", so Conrads. 

Protest gibt es auch am Eckbusch. Dort wehren sich die Schwimmfreunde des Freibads gegen das Sparpaket. Beim jüngsten Bürger- und Mitgliedertreff des Fördervereins Freibad Eckbusch überlegten rund 150 Teilnehmer, wie das Bad erhalten werden könnte, berichtet Frank Mühlhoff vom Vorstand. Es gebe Angebote für ehrenamtliches Engagement, ebenso Konzepte zur Nutzung in der Vor- und Nachsaison. "Wir haben Vorschläge und Ideen gesammelt und werden sie in den nächsten Tagen und Wochen auswerten", so Mühlhoff. Die Resonanz sei enorm gewesen: "Aktuell liegen dem Vorstand fast 20 neue Mitgliedsanträge vor. Was ein Beitragsplus "von einigen Hundert Euro" bedeute. Am 18. Januar wollen die Schwimmfreunde ihr Konzept im Rathaus vorlegen.

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