Offener Brief:„Die Schließung muss verhindert werden.“

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Noch ein Protest: eine Video-Projektion der Bühnen am Schauspielhaus.

Noch ein Protest: eine Video-Projektion der Bühnen am Schauspielhaus.

Andreas Fischer

Noch ein Protest: eine Video-Projektion der Bühnen am Schauspielhaus.

Wuppertal. War es ein politischer Aufruf zum Kampf um das Schauspielhaus? Es war am Samstagabend bei der ersten Premiere nach der Verkündung der Sparliste, als sich in der Schluss-Szene der "Odyssee" neben den Akteuren auch die Bühnen-Mitarbeiter um Intendant Christian von Treskow auf der Bühne des Opernhauses versammelten, um einzufallen in die Sprechchöre der Darsteller. "Kunst, Kunst, Kunst!" skandierte das Ensemble - deutlichere Reaktionen auf die drohende Schließung des Schauspielhauses gab es am Samstag nicht auf offener Bühne.

Klare Worte fand hingegen von Treskows Vor-Vorgänger: In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Jung schrieb der ehemalige Bühnen-Intendant Holk Freytag: "Die Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses, eines der schönsten Theater-Neubauten nach dem Zweiten Weltkrieg, muss verhindert werden." Freytag verwies auf die große Geschichte des Hauses unter anderem mit Intendant Arno Wüstenhöfer oder Pina Bausch sowie auf seine herausragende Architektur. "Die Bürger Wuppertals haben ein Recht auf die Fortschreibung ihrer Schauspiel-Tradition."

Freytag, derzeit Intendant der Bad Hersfelder Festspiele sowie Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, bietet der Stadtspitze daher seine Hilfe beim Kampf um den Erhalt der Bühnen an. Die Städte bräuchten das, was den Banken bereits gewährt worden sei: die Entschuldung. Andernfalls drohe den Kommunen die Verwahrlosung.

 

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