Das Sparpaket der Stadtspitze sorgt für heftige und kontroverse Debatten.

Kämmereileiter Alfred Lobers (links) referierte über das Sparpaket.
Kämmereileiter Alfred Lobers (links) referierte über das Sparpaket.

Kämmereileiter Alfred Lobers (links) referierte über das Sparpaket.

Andreas Fischer

Kämmereileiter Alfred Lobers (links) referierte über das Sparpaket.

Wuppertal. Nun gut, Revolution sähe anders aus. Für teutonische Verhältnisse drastisch war aber die Diskussion zum Thema "Jenseits der blockierten Stadt - Chancen, Möglichkeiten und Perspektiven", zu der am Samstag die Jusos in ihr Quartier an der Robertstraße eingeladen hatten.

Nachdem Alfred Lobers von der Stadtkämmerei Hintergründe zum Haushaltssicherungskonzept (HSK) dargelegt hatte, folgte eine Publikumsrunde mit allerlei oft gehörten Tiefschlägen: dass man sich den Umbau Döppersberg sparen könne, dass in Wuppertal ohnehin jede Baumaßnahme Kosten- und Zeitrahmen sprenge, dass die Bürde einer Korruptionsaffäre nicht so leicht zu tilgen sei. Uwe Flunkert vom Gebäudemanagement Wuppertal ließ sich von dieser schweren Packung zu massiven Flüchen hinreißen, die vor allem eines verdeutlichten: Die Gereiztheit in der Stadt hat ein Maß jenseits des Erträglichen erreicht.

Unstimmigkeit tat sich auch zwischen den Stadtvertretern auf, als Lobers für das Schauspielhaus Nutzungsmöglichkeiten per Gastspiel andeutete und Flunkert mahnte, dass damit nichts zum Gebäude selbst gesagt sei. Schließlich bestehe Denkmalschutz, könne man das Haus nicht einfach abreißen und müsse es angesichts seines Zustandes auch für Gastspiele erst einmal sanieren.

Martin Hamburger von der Diakonie und Gerhard Metzger von der Caritas benannten als hohes Anliegen, man dürfe durch das HSK Soziales und Kultur nicht auseinander dividieren. Gleichwohl legte schon diese Runde den Verdacht nahe, dass der Frieden gestört sein wird, sobald alle Kürzungen in die Umsetzungsphase gehen.

Starr verteidigte Schauspiel-Intendant Christian von Treskow die Wuppertaler Bühnen, denen die geringste Kürzung den Garaus bereiten könne, während Volkmar Schwarz vom Stadtsportbund ebenso beharrlich verkündete, dass Vereine schon jetzt bis an die Grenzen belastet seien.

Von Treskow zog Parallelen zur dramatischen Entwicklung nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs, Flunkert sprach von einer Krise der demokratischen Gesellschaft. Dass mit dem HSK am falschen Ende gespart werde, war Hamburgers Überzeugung, und so schlug er dann auch zivilen Ungehorsam vor.

Einsicht aller Diskutanten war, dass Wuppertal bereits deutschlandweit als Synonym für Niedergang betrachtet werde und diesem Ruf schleunigst entgegenwirken müsse. Schwarz sah einen entscheidenden Grund für das schlechte Image: "Es ist nun mal so, dass wir hier am liebsten knöttern."

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