Vor dem Schauspielhaus und im Gebäude zeigten 2000 Menschen, was sie von den Sparplänen halten: nichts.

Trotz der Kälte hatten es sich die Wuppertaler nicht nehmen lassen, für ihr Schauspielhaus zu kämpfen.
Trotz der Kälte hatten es sich die Wuppertaler nicht nehmen lassen, für ihr Schauspielhaus zu kämpfen.

Trotz der Kälte hatten es sich die Wuppertaler nicht nehmen lassen, für ihr Schauspielhaus zu kämpfen.

Mathias Kehren

Trotz der Kälte hatten es sich die Wuppertaler nicht nehmen lassen, für ihr Schauspielhaus zu kämpfen.

Wuppertal. Es war ein beeindruckender Protest: Etwa 2000 Menschen hatten sich am Samstagnachmittag vor und im Wuppertaler Schauspielhaus versammlet, um ihrem Widerstand gegen das Sparpaket und die mangelnde finanzielle Hilfe von Land und Bund für die notleidende Stadt zu zeigen.

24 Stunden dauerte der Protest-Marathon, der vor allem von den Bühnen aber auch dem Bündnis "Wuppertal wehrt sich" initiiert worden war. Trotz der eisigen Kälte und der Schneefalls ließen es sich die Teilnehmer nicht nehmen, deutlich zu machen, dass sie bereit sind, für eine lebendige Stadt zu kämpfen.

Vor dem Schauspielhaus hatten die Organisatoren eine Bühne aufgebaut, zahlreiche Redner sprachen zu dem Publikum und Schauspiel-Intendant Christian von Treskow brachte auf den Punkt, was viele gedacht haben werden: "Es ist toll, einfach beeindruckend, dass so viele Menschen gekommen sind. Ich hoffe, dass die Zeichen, die wir setzen, in Düsseldorf und Berlin nicht ungehört verhallen werden." Opernintendant Johannes Weigand und Iris Colsmann vom Bündnis "Wuppertal wehrt sich" dankten den Unterstützern.

Die Wuppertaler stehen mit ihrem Protest nicht allein. Abordnungen aus Essen, vom Düsseldorfer Schauspielhaus sowie aus Detmold schwenkten Fahnen. Das Wuppertaler Sparpaket, so war während der Veranstaltung immer wieder zu hören, hat mittlerweile einen traurige bundesweite Bekanntheit erlangt. Vielen Theatermachern schwant, dass die avisierte Schließung des Wuppertaler Hauses der erste Stein sein könnte, ein Dominoeffekt wird befürchtet. "Wir sind hier, um Solidarität zu zeigen, aber auch weil wir wissen, dass unser Haus das nächste sein könnte", sagte Bernd Schmidt vom Essener Haus.

Der Protest steht breit; er ist mehr als eine rein kulturelle Veranstaltung. Von Attac über den Förderverein des von der Schließung bedrohten Freibads Mirke bis zum Kompetenznetz Bürgerhaushalt reichten die Unterstützer, die immer Inneren des Hauses Stände aufgebaut hatten.

Holk Freytag, ehemaliger Intendant in Wuppertal, versprach den Menschen, dass der Deutsche Bühnenverein den Welttheater-Tag am 27. März dem Wuppertaler Schauspielhaus widmen werde. "Es war dieses Haus, das Pina Bausch in den 80ern zu einer neuen Ästhetik verführte", sagte Freytag. Wim Wenders brachte es in den Augen und Herzen vieler Protestler auf den Punkt. In einer Grußadresse ließ er mitteilen: "Die Stadt darf es sich nicht leisten, eine solch legendäre Spielstätte zu verlieren."

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