Sparpaket: Ein neues Ressort soll jedoch überprüfen, ob die Schließung noch zu vermeiden ist.

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Noch darf man eintreten: Das Bürgerbüro im Vohwinkeler Rathaus ist von der Schließung bedroht.

Noch darf man eintreten: Das Bürgerbüro im Vohwinkeler Rathaus ist von der Schließung bedroht.

Uwe Schinkel

Noch darf man eintreten: Das Bürgerbüro im Vohwinkeler Rathaus ist von der Schließung bedroht.

Wuppertal. Wenn das Sparkonzept der Stadtspitze wie angekündigt umgesetzt wird, dann werden die Bürger in einigen Stadtteilen in Zukunft nach Barmen fahren müssen, um etwa ihre Reisepässe zu verlängern oder andere behördliche Angelegenheiten zu erledigen. Grund: Die Stadt will aus Kostengründen die vier Bürgerbüros in Vohwinkel, Ronsdorf, Cronenberg und Langerfeld schließen.

Bei der Vorstellung der "Liste der Grausamkeiten" hatte Kämmerer Johannes Slawig die Schließung der Büros ganz lapidar angekündigt - doch so einfach ist das Thema offensichtlich nicht. Derzeit kann die Stadt nicht einmal genau erklären, wie viel Geld sich durch die Schließung sparen lässt. Aus diesem Grund wurde ein Ressort mit dem Namen "Leistungseinheit Bürgerservice" gegründet, wie Kathrin Petersen von der Stadt erklärte. Diese Gruppe soll klären, wie sich das Geld sparen lässt, theoretisch wäre auch noch möglich, dass die Bürgerbüros nicht schließen, wenn die Summe anderweitig eingespart werden kann.

"Ein schwieriges Thema" ist aus der Stadtverwaltung zu hören, denn die in Büros beschäftigten Mitarbeiter können nicht einfach gekündigt werden. Hinzu kommt, dass ja auch Miet- und Sachkosten gespart werden, wenn es die Büros nicht mehr gibt. Aber: Trotzdem brauchen die Menschen eine Anlaufstelle, um ihre Angelegenheiten zu erledigen. Sie werden dann in Zukunft also nach Barmen an den Steinweg zum Einwohnermeldeamt fahren, um sich etwa nach einem Umzug umzumelden.

Personalkosten sind in der Zentrale offenbar günstiger

Unter Hand ist bei der Stadt zu hören, dass die Personalkosten in den Bürgerbüros erheblich höher als in der besser durchorganisierten Zentrale am Steinweg sind. Im Bürgerbüro Ronsdorf arbeiten vier Mitarbeiter, in Cronenberg ebenfalls vier, in Langerfeld fünf und in Vohwinkel nach Auskunft von Petersen auch vier.

Diese Mitarbeiter würden im Falle einer Schließung wohl in der Zentrale arbeiten - wenn die Büros geschlossen werden. Wie stark die Bürgerbüros von den Cronenbergern oder Vohwinkelern genutzt werden, verdeutlich sich an folgenden Zahlen: Im ersten Halbjahr dieses Jahres stellten die Bürgerbüros mehr als 10000 Personalausweise, 2000 Reisepässe und zirka 400 Kinderausweise aus.

Die Bürgerbüros bieten fast alle Leistungen an, die es auch in der Zentrale am Steinweg in Barmen gibt. So etwa Aufenthaltsbescheinungen, Ummeldungen, Passangelegenheiten und ähnliche Dinge.

Die Büros sind montags bis freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet. Zudem sind sie am Donnerstagnachmittag geöffnet. Außenstelle Im Beyenburg gibt es eine Außenstelle des Langerfelder Bürgerbüros. Samstags sind die Bürgerbüros geschlossen.

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