Das Tanztheater von Pina Bausch (hier "Nelken") feierte zahlreiche Aufführungen im Schauspielhaus.
Das Tanztheater von Pina Bausch (hier "Nelken") feierte zahlreiche Aufführungen im Schauspielhaus.

Das Tanztheater von Pina Bausch (hier "Nelken") feierte zahlreiche Aufführungen im Schauspielhaus.

Uwe Schinkel

Das Tanztheater von Pina Bausch (hier "Nelken") feierte zahlreiche Aufführungen im Schauspielhaus.

Wuppertal. "Theater macht reich", sagen die Wuppertaler Bühnen und rufen zum Protest gegen das städtische Spardiktat auf. Mehr als 250 Künstler machen beim Theater- und Musik-Marathon im Schauspielhaus mit - der Startschuss fällt  heute Abend bei der Premiere des Stücks "Fleisch ist mein Gemüse".

Den ganzen Samstag über gibt es Beiträge verschiedener Tanz-, Musik- und Theatergruppen aus ganz Nordrhein-Westfalen. Enden wird der Protest-Marathon um 20 Uhr auf der Bühne im Foyer: Journalist Holger Noltze moderiert eine Diskussion zur Situation und zum Erhalt der städtisch geförderten Kultur. Auf dem Podium sitzen Anne Linsel (Kulturjournalistin), Michael Schmitz-Aufterbeck (Generalintendant am Theater Aaachen), Jörg Stüdemann (Dortmunder Kulturdezernent und Kämmerer), Adil Laraki (Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger) und Vertreter der Wuppertaler Bühnen.

Auch das Tanztheater Wuppertal beteiligt sich am Aktionstag: Die Kompanie lädt Samstag um 10 Uhr zu einem öffentlichen Training ins Schauspielhaus ein, Tänzerin und "Tatort"-Schauspielerin Mechthild Großmann spricht bei der Kundgebung um 16 Uhr vor dem Theater.

Bereits heute bezieht das Tanztheater in einer Stellungnahme deutlich Position: "Wuppertal ohne unser Schauspielhaus - das mögen wir, Leitung, Tänzer und Mitarbeiter des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, gar nicht denken. Dieses fantastische lebendige Theater, seine Bühne, seine einmalige Lage im Zentrum Wuppertals ist mit den meisten von uns so eng verwachsen."

Bereits vor 30 Jahren feierte Pina Bausch an der Kluse eine Uraufführung - mit ihrem Stück "1980". Viele weitere Produktionen entstanden an der Kluse - genauso wie im Opernhaus. "Wuppertal hat das große Glück, dass es diese beiden wunderbaren Theater hat, in denen wir unsere Arbeit zeigen können. Das sind zwei ganz außergewöhnliche Orte, mit einer Atmosphäre, die man nirgendwo sonst findet", sagte Pina Bausch 2005 in ihrer Rede bei der Verleihung der Goldenen Schwebebahn.

Heute betont das Ensemble der Tanz-Ikone, die im Juni 2009 einem Krebsleiden erlegen ist: "Wenn in den vergangenen Jahren immer wieder einmal die Gerüchte um die unsichere Zukunft des Schauspielhauses kreisten, wurden Pina - und damit wir alle - jedes Mal beruhigt, dass eine Schließung nicht in Frage käme." Das Bekenntnis des Ensembles ist deshalb klar: "Auch wir, das Tanztheater, brauchen unser Schauspielhaus." thö

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