Ein zweiter Platz bei „SchülerTal“ ging an die Food Factory der Hauptschule am Katernberg.

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Das Foto aus dem Jahr 2007 zeigt Natascha Worpenberg und Schülerinnen der Food Factory in der Küche der Hauptschule am Katernberg.

Das Foto aus dem Jahr 2007 zeigt Natascha Worpenberg und Schülerinnen der Food Factory in der Küche der Hauptschule am Katernberg.

Uwe Schinkel

Das Foto aus dem Jahr 2007 zeigt Natascha Worpenberg und Schülerinnen der Food Factory in der Küche der Hauptschule am Katernberg.

Wuppertal. Jürgen Rüttgers kam bereits in den Genuss der leckeren Häppchen, der Obersbürgermeister sowieso, und viele andere Wuppertaler Bürger auch. Denn die Food Factory, das von Schülern der Hauptschule am Katernberg betriebene Catering-Unternehmen, kocht nicht in aller Stille sein Süppchen.

Bekanntermaßen setzt die Hauptschule sehr auf berufsorientiertes Arbeiten, die Food Factory (FF) ist das leckerste Beispiel. "Wie im normalen Berufsleben auch können Interessierte sich bewerben", erklärt Initiatorin und Lehrerin Natascha Worpenberg, die selbst Küchenmeisterin ist, das Konzept. Wer unentschuldigt fehlt, fliegt raus, wer seine Aufgaben nicht erledigt, ebenso.

Patrick (17) hat sich vor drei Jahren beworben, weil er gerne mit anderen zusammenarbeitet. Auch wenn er mal Samstagmorgen um 6.30 Uhr aufstehen muss, um mit dem Bus aus Vohwinkel zum Dienst anzutreten, würde er den Job "jederzeit wieder machen". Abgesehen davon, dass ihm die "Aufgaben wirklich Spaß machen", ist die Mitarbeit in der Food Factory darüber hinaus "ein Pfund, mit dem ich bei Bewerbungen sicher wuchern kann".

So sieht es auch Anastasia (14), seit zwei Jahren dabei. "Ich hab immer schon gerne gekocht, jetzt kann ich auch kellnern." Unter Zeitdruck ist es "echt stressig", aber die Gewissheit, es dann doch jedes Mal zu schaffen, gibt ihr "Gewissheit, auch im Berufsleben zu bestehen".

Nach ihrem Schulabschluss kann sie ebenso wie Fabrice (15) durchaus vorstellen, in der Gastronomie zu arbeiten. "Auch wenn das ein Knochenjob ist", wie Fabrice nun weiß. Aber nach der Zeit in der Food Factory kann ihn diesbezüglich "nichts schocken".

Auf Initiative Natascha Worpenbergs wurde 2004/05 die Food Factory gegründet. Hierbei handelt es sich um eine Schülerfirma, die einen Partyservice betreibt. Kalkulation, Buchhaltung, Einkauf und Verkauf werden von den Schülern eigenverantwortlich gestaltet - überaus erfolgreich. 35 Schüler sind in der Food Factory beschäftigt.

Bei SchülerTal, dem Wuppertaler Schulpreis von Bayer AG und Westdeutscher Zeitung belegte das Projekt Food Factory der Hauptschule am Katernberg den zweiten Platz in der Kategorie Weiterführende Schulen (die WZ berichtete).

Dabei, so betont Natascha Worpenberg, geht es bei dem Konzept nicht darum, maßgeblich Nachwuchs für die Gastro-Szene zu finden.

Disziplin soll erlernt werden, praktisch eine Tätigkeit jenseits des Praktikums kennen gelernt und fit für das Berufsleben gemacht werden. "Das sind ja Deutsch, Mathe und weitere Fächer - alles auf einmal."

Manchmal ist die Food Factory der Hauptschule am Katernberg auch dazu da, um festzustellen, dass Koch oder Kellner vielleicht doch nicht das Richtige ist. So wie bei Ugur. Er findet das Catering zwar "interessant, aber das geht mir vieles einfach zu schnell". Später möchte der 16-Jährige lieber etwas im Sektor Chemie machen.

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