Offen gesagt

Wuppertal hat die Wahl – und das auch im Jahr 2015. Nachdem wir die Europawahl, die Bundestagswahl, die Landtagswahl und die Kommunalwahl geschafft haben, geht es nun im September um das Amt des Oberbürgermeisters. Amtsinhaber Peter Jung (CDU) ist es zu verdanken, dass die Wuppertaler am 13. September wählen dürfen, denn Jung liebt offenbar Herausforderungen. Einen Herausforderer, den gab es 2014 nicht. Inzwischen hat ihn Jung in Andreas Mucke (SPD) gefunden. Man darf gespannt sein, ob und wie die Kooperationsparteien SPD und CDU im Wahlkampf aufeinander losgehen. Ein bisschen mehr Leben auf der Regierungsbank kann jedenfalls nicht schaden. Der 27. September wäre übrigens der Tag einer Stichwahl, sollte nicht einer der Kandidaten die Mehrheit im ersten Anlauf erreichen. Doch danach sieht es zurzeit nicht aus.

Einen Termin für einen Bürgerentscheid zum Carnaper Platzes gibt es noch nicht. Zunächst einmal muss die Bürgerinitiative 12.000 Unterschriften sammeln. Gibt es einen Bürgerentscheid, dann kommt es vor allem auch auf die Wahlbeteiligung an. So manches Bürgerbegehren ist an der zu geringen Zahl abgegebener Stimmen gescheitert. Diese Sorge müssen aber weder Peter Jung noch Andreas Mucke haben, denn eine „Interessiert-mich-nicht-Klausel“ gibt es bei der OB-Wahl nicht.

Zu befürchten ist, dass in beiden Fällen die Wuppertaler Nichtwähler die Mehrheit stellen werden. Die Nichtwähler sind die, die vor und nach einer Wahl am lautesten darüber meckern, dass alles in dieser Stadt von bösen Kräften gelenkt wird. Also, liebe Wuppertaler – frei nach Wim Wenders: Wählt, sonst sind wir verloren.

Vor einer ganz speziellen Wahl steht Wuppertal vom 15. bis 20. Januar am Döppersberg. In diesen Tagen ist die Brücke geöffnet und der Tunnel noch nicht zu. Dann dürfen wir wählen, ob wir über eine provisorische Fußgängerbrücke oder durch den alten Tunnel hinauf zum Bahnhof gehen. Das nennt man wohl die Qual der Wahl.

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