Lothar Bangert betreut beim Wichernhaus 60 Langzeitarbeitslose – Teil 4 unserer Reihe über die Trassen-Macher.

Porträt
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Fischer, A. (f22)

Wuppertal. Landschaftsgärtner sind glückliche Menschen. Schlechtes Wetter existiert für sie nicht. Mag sich der Frühling noch so frostig zeigen, sie machen sich auf den Weg. Und dass der Frühling dennoch so schön und vielseitig anzusehen ist, ist dem Team um Lothar Bangert zu verdanken.

Serie: Die Macher der Nordbahntrasse (4)

Bangert ist Gärtnermeister und beim Wichernhaus angestellt. Das muss man wissen, um zu verstehen, dass der gebürtige Wuppertaler nicht einfach so blühende Landschaften entstehen lässt. Ihm zur Seite stehen ganz besondere Mitarbeiter, nämlich Langzeitarbeitslose, die mit diesem „Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekt“ für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden sollen. „Ich wollte genau in diesen betreuenden Bereich, das ist eine ganz besondere Ansprache“, beschreibt der 49-Jährige seine Aufgaben jenseits der Vermittlung reinen Fachwissens.

Die Motivation seiner Schützlinge ist Lothar Bangert sehr wichtig

Bevor er zum Wichernhaus kam, war er als Bauleiter im Straßentiefbau tätig. „Da ging es darum, Baupläne flott zu realisieren. Jetzt wollen wir auch etwas schaffen, aber dabei die Menschen mitnehmen.“ Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen sind nötig, um den Leuten, die teilweise die Zuversicht verloren hatten, je wieder einer regelmäßigen Berufstätigkeit nachgehen zu können, zu motivieren. „Das ist nicht ganz ohne, wenn sie jahrelang aus einem regelmäßigen Job raus sind“, sagt Bangert.

Der Löwenanteil der Teilnehmer „macht gerne mit, die meisten haben eine gute Einstellung zu dem Projekt“, und einige sind von der Trasse kaum herunterzubekommen. „Die leben das wirklich komplett“, so Bangert weiter. Zurzeit betreut er etwa 60 Schützlinge, „die aber nicht alle gleichzeitig da sind“. Damit auch Zeit für Vorstellungsgespräche oder Anspruch auf Urlaub geltend gemacht werden kann, haben die Teilnehmer eine 30-Stunden-Woche. Verschiedene Bauabschnitte wurden bereits fertiggestellt. Spektakulär waren die Arbeiten um den Ex-Bahnhof Loh, die dann mit einem großen Fest gefeiert wurden.

Ab Bahnhof Ottenbruch bis zum Haltepunkt Dorp steht jetzt der komplette Wegebau an. Dazu gehört in Kooperation mit den WSW, die Beleuchtung zu erstellen. Mauersanierungen, Baggerarbeiten, im Winter ist der Grünschnitt dran, und im Sommer wird krautiges Zeug abgemäht: „Es gibt immer etwas zu tun“.

Oberstes Ziel aller Maßnahmen der gemeinnützigen GmbH in Zusammenarbeit mit dem Wuppertaler Jobcenter ist die Integration ihrer Teilnehmer in das Berufsleben. Dazu gehören die alltäglichen Erfahrungen in der Arbeitswelt, beispielsweise in Praktika oder den Arbeitsgelegenheiten. Dazu gehört aber auch untrennbar die Weiterbildung der Teilnehmer durch Qualifizierungen. Damit sollen Hemmnisse abgebaut werden, die der Wiedereingliederung in den Beruf im Weg stehen.

www.wichernhaus-wtal.de
 

Wartungs-Teams halten die Strecke sauber, und ein Wachdienst ist rund um die Uhr für die Sicherheit an der Strecke im Einsatz. „Sehr gut“ gefällt Lothar Bangert die Idee der Nordbahntrasse. Auch, wenn noch vieles im Rohbau sei, könne man „jetzt schon erkennen, wie toll das mal wird. Das wird ein super Rundweg werden“, verweist Lothar Bangert auf die Anbindung der Nordbahntrasse an Rad- und Wanderwege Ennepetals und Mettmanns. Was er sich fürs Projekt wünscht? „Zuwendung kann man immer gebrauchen. Menschen ebenso wie Geldmittel. Das ist doch klar.“

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