Ein Fehler an der Hotelbaustelle am Wall sorgt für eine Sperrung der Schloßbleiche – und Ärger bei den Anliegern.
Kein Durchkommen gibt es derzeit an der Schlossbleiche. Die WSW müssen einen Kanal erneuern, weil offenbar Beton in Leitungen lief. Foto. Stefan Fries

Kein Durchkommen gibt es derzeit an der Schlossbleiche. Die WSW müssen einen Kanal erneuern, weil offenbar Beton in Leitungen lief. Foto. Stefan Fries

Kein Durchkommen gibt es derzeit an der Schlossbleiche. Die WSW müssen einen Kanal erneuern, weil offenbar Beton in Leitungen lief. Foto. Stefan Fries

Elberfeld. Seit Montag ist die Schloßbleiche eine Sackgasse. Die WSW erneuern auf 100 Metern Kanalleitungen. Der offizielle Grund wie es in der vorigen Woche hieß: Ein Schaden im Mischwasserkanal. Woran es wirklich liegt, war am Dienstag Thema in der Bau- und Begleitkommission Döppersberg. Von einem „Ereignis im Frühjahr“ war die Rede. Offenbar ist während Gründungsarbeiten am neuen Hotel am Wall Beton durch ein Rohr in die Kanalleitungen gelangt und hat diese zubetoniert. Wie viel genau, wurde in der Sitzung nicht bekannt gegeben. Nach WZ-Informationen sollen es gut 7,5 Kubikmeter gewesen sein, was mehr als 15 Tonnen entspricht.

„Es geht um meine Existenz.“

Mathias Mayer, Inhaber des Drachenladens Aufwind

Die Folge: Die Rohre waren überlastet, bei Anliegern an der Schloßbleiche kam es zu Wassereinbrüchen im Keller. Die WSW versuchten, dem Problem durch Überleitungen Herr zu werden. Da, wie kürzlich bekannt wurde, aber im Frühjahr 2018 das Köbo-Haus saniert wird, mussten die Stadtwerke jetzt schnellstmöglich handeln – und die Straße aufreißen. Statt Überleitungen zu nutzen, legen sie jetzt neue Leitungen.

Zum Leidwesen einiger Händler und Anwohner. Denn die Baustelle, so hieß es am Dienstag von Seiten der WSW, wird noch mehrere Monate bestehen bleiben müssen. Mathias Mayer ist eigentlich ein ruhiger Mensch. Die Situation, in der sich sein Drachenladen Aufwind an der Schloßbleiche befindet, beschreibt er allerdings mit drastischen Worten: „Die Kacke ist am Dampfen. Wortwörtlich.“ Zunächst stand sein Keller unter Wasser. Abwasser, wie er betont, samt Fäkalien. Kunden hätten sich schon über den Geruch beschwert, wenn sie den Laden betraten, erinnert er sich. Das Wasser ist mittlerweile raus. Wer die Treppe nach unten geht, hört aber schon auf halbem Weg die Trocknungsgeräte laufen. „Die Etage kann ich nicht nutzen“, klagt Mayer. Auch andere Nachbarn seien betroffen, wie etwa das Modegeschäft Sisters.

Geschäften in der Schloßbleiche fehlt die Laufkundschaft

Im Gegensatz zu diesem kam Thomas Weber, der das Tui-Reisebüro betreibt, glimpflich davon. „Wasser im Keller oder Geschäft hatten wir nicht.“ Unstrittig sei auch, dass die WSW nichts für den Fehler an der Hotel-Baustelle können. Allerdings hadert Weber ebenso wie Mayer mit der neuen Baustelle an der Schloßbleiche. Dass die WSW die Straße zur Sackgasse machen, können die beiden nicht nachvollziehen. Laufkundschaft gebe es dadurch praktisch gar nicht mehr. Mayer macht sich Sorgen. „Es geht um meine Existenz.“ Die Händler arbeiten jetzt an einer gemeinsamen Stellungnahme. Am Donnerstag gibt es einen Termin beim Einzelhandelsverband.

Die WSW bedauern ausdrücklich die Lage der Anlieger. „Aber auch unsere Kunden müssen jetzt Umwege zur Schwebebahn laufen“, sagt ein Sprecher. Die Schloßbleiche müsse aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben.

Der Sprecher betont noch einmal, dass die WSW jetzt Fehler ausbügeln müssten, die offenbar an der Hotelbaustelle gemacht worden waren.

Investor 6B47, der das Hotel am Wall baut, gab am Dienstag nur ein kurzes Statement ab. „Wir kennen das Thema. Sobald wir alle Informationen vorliegen haben, werden wir uns öffentlich dazu äußern, was in Kürze erfolgen wird. Bis dahin bitten wir um Verständnis“, schreibt Sprecher Benedikt Nesselhauf auf Anfrage unserer Zeitung.

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