Seit 19 Monaten wird der Tal-Verkehr über die Wolkenburg umgeleitet. Für die Anwohner ist das nach wie vor eine große Belastung.

Seit 19 Monaten wird der Tal-Verkehr über die Wolkenburg umgeleitet. Für die Anwohner ist das nach wie vor eine große Belastung.
Gestern Nachmittag: Der tägliche Stau im Feierabendverkehr auf der Wolkenburg.

Gestern Nachmittag: Der tägliche Stau im Feierabendverkehr auf der Wolkenburg.

Stefan Fries

Gestern Nachmittag: Der tägliche Stau im Feierabendverkehr auf der Wolkenburg.

Elberfeld. Eine schmale Straße direkt am Bahndamm: Die Wolkenburg ist nicht gerade gut für hohes Verkehrsaufkommen geeignet. Seit der Sperrung der B7 ist sie aber eine der am stärksten genutzten Umleitungen. Für die Menschen, die an der Wolkenburg wohnen und arbeiten, war das von Beginn an eine große Belastung – die WZ berichtete. Doch hat sich die Lage seit dem Anfang der Sperrung beruhigt?

„Ja“ , sagt Ulrike Schmidt-Keßler, Sprecherin der Stadt. Am Anfang habe es große Probleme und viele Beschwerden geben. Inzwischen habe sich die Lage aber eingependelt und es gebe keine Beschwerden mehr. Natürlich sei die Straße nach wie vor durch Staus und Schmutz stärker belastet als vorher. „Das ist bei so großen Baustellen eben immer so“, sagt Schmidt-Keßler,

Auch die Polizei hat wenig Negatives über die Wolkenburg zu berichten. „Die Straße ist keine Unfallhäufungsstelle“, sagt Polizeisprecherin Anja Meis. Sicher werde bei kleineren Blechschäden und Auffahrunfällen nicht immer die Polizei gerufen. Bei den gemeldeten Unfällen könnten sie aber keine Erhöhung feststellen. In unregelmäßigen Abständen messe die Polizei dort die Geschwindigkeit – auch davon gebe es nichts Besonderes zu berichten. Dass es dort zu einem hohen Verkehrsaufkommen und zähfließendem Verkehr komme, sei klar. Aus polizeilicher Sicht sei die Wolkenburg aber keine Problemstelle.

Die Anwohner sehen das ganz anders. Adam Donner wohnt und arbeitet seit 50 Jahren an der Wolkenburg. „Das ist geschäftsschädigend, was die Stadt uns da zumutet“, sagt er. Wenn er zu einem Termin außerhalb seiner Firma fahren müsse, stehe er manchmal zehn Minuten an der Ausfahrt aus seinem Betrieb – keiner lasse ihn rausfahren.

„Zu den Stoßzeiten geht es nur im Schritttempo voran.“

Adam Donner, Anwohner

Zu den Stoßzeiten zwischen sechs und neun Uhr morgens und noch mal am Nachmittag zwischen 16 und 18.30 Uhr sei die Straße extrem verstopft. „Da geht es nur im Schritttempo voran“, sagt der Unternehmer. Besonders schlimm sei es, wenn er eine Warenlieferung bekomme. Der LKW habe wegen der vielen Autos und der Halteverbotspoller große Schwierigkeiten in die Ausfahrt zu rangieren – das blockiere die Straßen oft eine Viertelstunde. Seit Anfang der Sperrung habe sich an der Situation rein gar nichts verbessert, sagt Donner.

Das sieht auch Claudia Kempf so. Die Fotografin und Mutter ist inzwischen von der Wolkenburg weggezogen – die Lage wurde ihr zu gefährlich. „Die Autofahrer fahren extrem rücksichtslos“, sagt sie. An Tempo 30 halte sich niemand, die Polizei habe sie hier noch nie kontrollieren gesehen. Wenn man die Straße überqueren wolle, stehe man manchmal lange am Straßenrand, bis einen ein Autofahrer gehen lasse. Der Überweg sei so schlecht einsehbar, dass es auch dort nicht sicher sei, die Straße zu überqueren.

Claudia Kempf hat daraus nun Konsequenzen gezogen. „Ich wohne jetzt in einer Sackgasse. Da stört mich kein vorbeifahrendes Auto mehr“, sagt sie.

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