30. JUNI, 10.15 UHR Ministerpräsident Jürgen Rüttgers besucht Wuppertal zum offiziellen Startschuss für das größe Entwicklungsprojekt der Stadt.

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Animation vom neuen Döppersberg.

Animation vom neuen Döppersberg.

JSWD Architekten Köln

Animation vom neuen Döppersberg.

Wuppertal. Wenn Oberbürgermeister Peter Jung durch die City geht, wird er natürlich erkannt. Als er in der vergangenen Woche von einem Besuch der Wuppertaler Unternehmen auf der Frankfurter Messe zurückkehrte, passierte das einmal mehr - und zwar im Bahnhof. Ein junger Mann macht den Oberbürgermeister aus, spricht ihn an und fragt freundlich: "Können Sie den Bahnhof nicht mal ein bisschen schöner machen?"

Ruhepause bis zu den großen Bauarbeiten

Was der junge Passant vielleicht nicht wusste: Der Lange Tisch und die Feiern zum Geburtstag werden kaum vorüber sein, da gibt es auch schon (nach rund zehnjähriger Diskussion) den Auftakt für den Umbau Döppersberg. Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird am Dienstag, 30. Juni, irgendwann nach Besuchsbeginn um 10.15Uhr auf einen Knopf drücken und damit den Blick auf eine Animation freigeben, die den neuen Döppersberg zeigt.

Keine Sorge: Das, was die Fachleute aus dem Verkehrsressort eine "Operation am offenen Herzen" nennen, lässt dann noch auf sich warten. Denn nach dem Auftakt folgen zunächst einmal kleinere Arbeiten. Die dicken Brocken werden sich noch einige Monate lang gedulden müssen. Dann aber werden sich die Bauarbeiten wohl bis ins Jahr 2014 hinziehen.

Die Stadt hat ihre Haltung zu dem Projekt längst klar gemacht. An der Realisierung des Umbaus lässt sich auch die Überlebensfähigkeit Wuppertals ablesen. Manche vergleichen das Projekt mit dem vor mehr als 100 Jahren vollzogenen Bau der Schwebebahn - und greifen damit vielleicht ein wenig hoch. Andere sehen Parallelen zum großen Umbau in Düsseldorf, als eine viel befahrene Verkehrsstraße versank und statt dessen eine Promenade direkt am Rhein entstand - und liegen mit diesem Vergleich womöglich genau richtig.

Jedenfalls wird der neue Döppersberg das Gesicht Wuppertals verändern. Wuppertaler werden sich nicht mehr scheuen, ihre Gäste am Hauptbahnhof und am Döppersberg in Empfang zu nehmen. Investoren und potenzielle Neubürger werden nicht mehr in einer ersten und zu schnellen Reaktion zum Rückzugsreflex neigen.

Der Umbau selbst startet mit der Errichtung des neuen Busbahnhofs auf dem derzeitigen Park&Ride-Parkplatz sowie der darunter zu bauenden Tiefgarage. Insgesamt soll der Umbau Döppersberg Investitionen in Höhe von mehr als 230 Millionen Euro freisetzen. 35 Millionen Euro davon sind Eigenmittel der Stadt, die vor allem in den Neubau der Straßen fließen. Für 65 Millionen Euro gibt es eine Förderzusage des Landes NRW. Der große Rest stammt von privaten Investoren, die zum Beispiel den Investorenkubus und die Geschäftspassage auf der neuen Brücke über die B 7 mit Leben füllen sollen.

Für die Umgestaltung und Modernisierung des Bahnhofs-Inneren hat die Deutsche Bahn ganz im Sinne des eingangs erwähnten jungen Mannes gut zehn Millionen Euro vorgesehen.

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