Das Flusspferd war viele Jahre Anziehungspunkt im Zoo. Es war eins der ältesten Tiere.

Das Flusspferd war viele Jahre Anziehungspunkt im Zoo. Es war eins der ältesten Tiere.
Flusspferd Lina war bis 1991 eine Institution im Wuppertaler Zoo.

Flusspferd Lina war bis 1991 eine Institution im Wuppertaler Zoo.

Dicke Brote bekam Lina schon zum Frühstück, und zwar gleich mehrere.

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Flusspferd Lina war bis 1991 eine Institution im Wuppertaler Zoo.

Wuppertal. Von Eingang aus links, im alten Elefanten- und Flusspferdhaus – wo heute die Tapire ihr Gehege haben – da war viele Jahre ein fester Anlaufpunkt für die meisten Zoobesucher: Dort lag Flusspferd Lina in ihrem Bassin. Viele Menschen und vor allem Kinder liebten das große Tier, das zu den ältesten im Zoo gehörte.

„Ich habe Lina immer wieder fotografiert“, berichtet der langjährige WZ-Fotograf Kurt Keil, mit dessen Fotos wir die Serie „Bilder erzählen Stadtgeschichte“ produzieren. „Wir haben immer wieder geguckt, was die alte Dame macht, die wurde sehr gepäppelt.“

Das Flusspferd war viele Jahre Anziehungspunkt im Zoo. Es war eins der ältesten Tiere.
Flusspferd Lina war bis 1991 eine Institution im Wuppertaler Zoo.

Flusspferd Lina war bis 1991 eine Institution im Wuppertaler Zoo.

Dicke Brote bekam Lina schon zum Frühstück, und zwar gleich mehrere.

Kurt Keil, Bild 1 von 2

Dicke Brote bekam Lina schon zum Frühstück, und zwar gleich mehrere.

Von 1950 bis 1991 – über 40 Jahre gehörte Lina zum Wuppertaler Zoo. „Sie war eine Institution“, bekräftigt Kurt Keil. Geboren ist sie wahrscheinlich 1941, kam aus dem Münchener Tierpark Heilbrunn nach Wuppertal. Hier waren kurz nach dem Krieg die beiden vorigen Flusspferde gestorben. Lina blieb allein. Zwar kamen zweimal Männchen für einige Monate zu Besuch, aber zu dem erhofften Nachwuchs kam es nicht.

Ihr Riesenmaul öffnete Lina zu den Fütterungen, an die sich Kurt Keil gut erinnern kann. Ganze Brotlaibe vertilgte sie wie kleine Drops. Der Fotograf weiß auch noch, dass man den Zähnen der alten Dame ihr Alter ansah.

Daran erinnert sich auch Jenny Franic (33) aus der Zooverwaltung, die als Kind oft bei Lina war. „Das sah nicht schön aus.“ Aber sie staunte doch über die schiere Größe: „Dieses riesige Maul, diese Nüstern!“ Faszinierend sei gewesen, wie nah man an das Tier herankam. Sie weiß auch noch, dass Lina nicht viel Platz hatte: „Das war klein, ich habe es dunkel und dreckig in Erinnerung.“ Lina habe sich wenig bewegen können: „Das war früher so. Heute würde man das nicht mehr so machen.“

Fast hätte die WZ einen Aprilscherz mit ihr gemacht

Ihr Becken nutzte Lina wohl auch als Toilette, entsprechend trübe war das Wasser trotz häufiger Reinigung. Wenn sich Lina darin versinken ließ, war sie kaum mehr zu sehen. Sehr zum Kummer der kleinen Besucher, die gern einen Blick auf ihr Lieblingstier werfen wollten. Die Geduld und auch die Nasen der Eltern wurden dann in dem Raum mit dem strengen Geruch arg strapaziert.

Die WZ hatte sogar mal den Plan, Lina zum Gegenstand eines Aprilscherzes zu machen und ihr einen 100. Geburtstag anzudichten. Doch dazu kam es nicht mehr. Lina machte schließlich ihr Alter so zu schaffen, dass sie eingeschläfert wurde. „Ich war traurig, als sie weg war“, sagt Jenny Franic. So ging es vielen Wuppertalern.

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