27 Beamte des gehobenen Dienstes sehen die Leistungsfähigkeit der Berufsfeuerwehr gefährdet.

Feuerwehrintern brennt es lichterloh – das machten die Retter gemeinsam mit anderen NRW-Kollegen bereits im vergangenen Jahr bei einer Demo vor dem Barmer Rathaus deutlich.
Feuerwehrintern brennt es lichterloh – das machten die Retter gemeinsam mit anderen NRW-Kollegen bereits im vergangenen Jahr bei einer Demo vor dem Barmer Rathaus deutlich.

Feuerwehrintern brennt es lichterloh – das machten die Retter gemeinsam mit anderen NRW-Kollegen bereits im vergangenen Jahr bei einer Demo vor dem Barmer Rathaus deutlich.

Andreas Fischer

Feuerwehrintern brennt es lichterloh – das machten die Retter gemeinsam mit anderen NRW-Kollegen bereits im vergangenen Jahr bei einer Demo vor dem Barmer Rathaus deutlich.

Wuppertal. Beförderungsstopp, ein Berg von Überstunden und Resturlaubstagen, dazu gravierende Motivationsprobleme: Die Leistungsfähigkeit der Berufsfeuerwehr Wuppertal ist gefährdet. Das sehen jedenfalls 27 Beamte des gehobenen Dienstes so. Sie haben ein entsprechendes zweiseitiges Schreiben an Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) unterzeichnet.

In der nächsten Woche kommt OB Jung zum Krisengespräch

Nächste Woche will sich der OB den Fragen der Retter stellen. Bei denen scheint die Stimmung auf dem Tiefpunkt. Das Papier offenbart das ganze Dilemma einer Stadt wie Wuppertal, die unter dem Spardiktat der Bezirksregierung steht: Seit zwei Jahren beklagt die Feuerwehr, dass Spitzenkräfte zwar immer mehr Dienste schieben, aber zum Teil vergeblich auf längst fällige Beförderungen warten (die WZ berichtete).

Im Brandbrief an die Stadtspitze wird das erneut detailliert aufgelistet: Demnach stehen 126 von 304 Wuppertaler Feuerwehrleuten im Beförderungsstau. Und die Abwerbung geht munter weiter. 31 Mitarbeiter sind in den vergangenen vier Jahren mit Blick auf bessere Aufstiegschancen zu anderen zahlungskräftigeren Kommunen in der Nachbarschaft gewechselt. „Die aufgeführten Punkte führen zu einer hochgradig demotivierten Mannschaft mit einhergehender Leistungsminderung“, heißt es in dem Schreiben.

„Die aufgeführten Punkte führen zu einer hochgradig demotivierten Mannschaft mit einhergehender Leistungsminderung.“

Aus dem Brief von 27 Beamten des gehobenen Feuerwehrdienstes an OB Peter Jung

So soll es dem Vernehmen nach vor dem stunden- und personalintensiven Einsatz bei der Facebook-Party am Ascheweg – unter anderem waren dort 16 Verletzte zu versorgen – einigen Unmut unter den Rettern gegeben haben. Die Bereitschaft, sich unaufgefordert für solche belastenden Einsätze zu melden, hat offenbar nachgelassen. „Früher war das anders. Das geht jetzt nur noch über eine Anordnung“, sagen Insider.

Alle Parteien im Landtag sind betroffen, aber es passiert nichts

In ihrer Verzweiflung haben die Retter im Schulterschluss mit anderen überschuldeten Kommunen wie Hagen und Oberhausen in diesem Jahr sämtliche Fraktionen im NRW-Landtag abgeklappert. Dort zeige man sich „stets tief betroffen“, passiert sei aber nichts. Jetzt soll es der OB richten. In dem an ihn gerichteten Schreiben heißt es unmissverständlich: „Wir fordern Sie nunmehr zum politischen Handeln auf.“ So sollen Rat, Bezirksregierung und Landtag über die Situation der Retter informiert werden. Schlusssatz des Brandbriefs: „Wir erwarten von Ihnen und der Landespolitik eine zeitnahe Lösung ohne versteckende Argumente.“

Im Februar dieses Jahres hat Siegfried Brütsch, Chef der Wuppertaler Feuerwehr, bekannt, dass wegen des Personalmangels der „Improvisationsgrad“ im Einsatz erhöht werden müsse und mit „zeitlichen Verzögerungen zu rechnen“ sei.

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