Wuppertaler Studenten haben eine beschämend schlechte Allgemeinbildung. Zumindest behauptet dies der erste Uni-Pisa-Test.

Auf dem Campus regt die Studie auch zu Kritik an den  Lernbedingungen an.
Auf dem Campus regt die Studie auch zu Kritik an den Lernbedingungen an.

Auf dem Campus regt die Studie auch zu Kritik an den Lernbedingungen an.

Andreas Fischer

Auf dem Campus regt die Studie auch zu Kritik an den Lernbedingungen an.

Was sagen Wuppertaler Studenten zum Wissenstest? Hier geht's zur Foto-Umfrage.

Wuppertal. Dunkelblau ist vernichtend. Wer mit diese Farbe gebrandmarkt ist, wird nie das Grün der Elite erreichen. Beim Studenten-Pisa-Test von Spiegel und studiVZ haben mehr als 200.000 Studenten in ganz Deutschland mitgemacht. Abgefragt wurde die Allgemeinbildung der angehenden Akademiker - und genau um die ist es in Wuppertal offenbar mehr als schlecht bestellt. Bei der Auswertung aller Universitäten mit mindestens 1000 Teilnehmern erhielt die Spitzengruppe die Farbe Grün. Darauf folgten die Überdurchschnittlichen, die Durchschnittlichen, die Unterdurchschnittlichen und eben die "weit Unterdurchschnittlichen" (Dunkelblau).

Nur eine Universität schaffte es in die letzte Gruppe - Wuppertal. Gerade einmal 23,9 richtige Antworten (von 45 möglichen) klickten die Wuppertaler Teilnehmer im Durchschnitt. Bei der best-platzierten Humboldt-Universität lag der Wert bei 29,2 (Düsseldorf 26,3).

Schon wieder ein Ranking, bei der sich die Bergische Hochschule auf den Abstiegsplätzen tummelt. Entsprechend verhalten war das Echo auf die Befragung im Rektorat auf dem Grifflenberg.

"Wir wollen für alle Schichten attraktiv sein."

Lambert T. Koch, Uni-Rektor

"Viele Rankings sind mit methodischen Fehlern behaftet. Das heißt aber nicht, dass man sie nicht ernst nehmen soll", so Rektor Lambert T. Koch. Der Uni-Rektor nennt den Pisa-Test deshalb auch lehrreich. "Offenbar ist Wuppertal bei den Bildungsbürger-Kindern nicht erste Wahl. Daran arbeiten wir ja bereits und wollen für alle Schichten attraktiv sein."

Das Land fördert begabte Studienanfänger in Wuppertal mit einem Stipendium. Voraussetzung ist, dass sich bergische Unternehmen mit 150 Euro pro Monat einbringen. An der Besten-Förderung können sich noch Betriebe beteiligen. Informationen unter: rektor@uni-wupertal.de

Wuppertal als Unterschichten-Universität? Das sicher nicht, aber auch Geschichtsproffessor Eckhard Freise berichtet im Spiegel, dass 90 Prozent seiner Studenten jobben müssten, um ihr Studium zu finanzieren. "Wer kellnert, kann nicht nebenher den ,Mann ohne Eigenschaften’ lesen." Rund ein Viertel aller Studenten in Wuppertal bezieht nach Angaben des Hochschulsozialwerks Bafög, die staatliche Studien-Finanzhilfe - und liegt damit leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Das erklärt aber nicht, warum Wuppertal auch im Fächer-Ranking abschmiert. Bei den Pisa-Test-Teilnehmern mit Hauptfach Germanistik bleibt ebenfalls nur der letzte Platz. Für Koch zeigt sich daran die ganze Tragweite der uni-internen Entscheidung, im vergangenen Jahr im Alleingang den Numerus Clausus (NC) auf Germanistik abzuschaffen. "Dann schreiben sich natürlich vermehrt Studenten in Wuppertal ein, die an anderen Universitäten keinen Studienplatz bekommen haben", erklärt Koch. Das alles muss kein Manko sein, schließlich soll es ja auch Universitäten jenseits der Elite geben. Den Germanistik-NC gibt es inzwischen wieder.

Außerdem kann Wuppertal auch Spitze sein. Beim renommierten CHE-Ranking erreicht Wuppertal das Mittelfeld, in Physik sogar die Spitzengruppe. Und auch in Sachen Gründung und Gründungsforschung macht Wuppertal keine andere Universität so schnell etwas vor.

Dass Wuppertaler Studenten Lücken in der Allgemeinbildung haben, wissen wir jetzt. Aber wie sieht es mit dem lokalen Wissen aus? Um das herauszufinden, gibt es jetzt den ultimativen Wuppertaler WZ-Studenten-Test. Die zehn Fragen für Wuppertal-Checker zum Durchklicken gibt's hier.

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