Ordnungshüter mussten zum Jahreswechsel rund 100 Mal ausrücken. Vier Beamte wurden bei Einsätzen verletzt.

Die Polizei musste in der Nacht zu Sonntag 100 Mal ausrücken. Archiv
Die Polizei musste in der Nacht zu Sonntag 100 Mal ausrücken. Archiv

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Stefan Fries

Die Polizei musste in der Nacht zu Sonntag 100 Mal ausrücken. Archiv

Wuppertal. Die Silvesternacht hat sich für die Polizei in Wuppertal wieder einmal als sehr arbeitsreiche Schicht erwiesen. Mit rund 100 Einsätzen zwischen Beyenburg und Vohwinkel lag die Arbeitsbelastung in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Zudem begann das Jahr 2017 für vier Polizisten nicht gut: Sie wurden bei Einsätzen zum Teil schwer verletzt.

Der schwerste Vorfall ereignete sich gegen 2 Uhr in der Arnoldstraße. Dorthin war die Polizei wegen eines Hausfriedensbruchs gerufen worden. Vor Ort verhielten sich zwei 25 und 26 Jahre alte Anwohner sehr aggressiv gegenüber den Beamten, der jüngere der beiden versuchte sogar, einen der Polizisten über ein Treppengeländer zu stoßen. Zwei Kollegen des Beamten konnten dies verhindern. Im Anschluss gingen die Attacken der beiden Männer weiter. Zwei Polizisten erlitten so schwere Verletzungen, dass sie nicht mehr dienstfähig waren und in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Der 25-Jährige wurde festgenommen.

An der Neviandtstraße ereignete sich um 1.11 Uhr ein weiterer Vorfall. Dort kam ein 32 Jahre alter Mann einem Platzverweis der Polizei nicht nach. Stattdessen schlug er einen der Beamten ins Gesicht und verletzte ihn leicht.

Um 0.32 Uhr hatte zudem ein 27 Jahre alter Mann mit einer Schreckschusswaffe auf das Autonome Zentrum an der Gathe geschossen. Bei der Überprüfung des offenbar rechtsradikalen Verdächtigen wurden die beiden Polizisten aus dem Autonomen Zentrum heraus mit Feuerwerkskörpern beschossen. Eine Beamtin wurde durch einen Böller am Kopf verletzt. Der Staatsschutz wurde für die weiteren Ermittlungen eingeschaltet.

Auch ein etwas kurioser Einsatz stand für die Polizei an. So mussten die Beamten am Silvesterabend um 22.30 Uhr zur Justizvollzugsanstalt (JVA) Ronsdorf ausrücken, weil dort eine Gruppe von etwa zehn Personen Raketen in Richtung des Gefängnisses geschossen hatte. Zudem hingen die Beteiligten im Alter von 18 bis 36 Jahren ein Banner mit dem Slogan „Nicht der Mensch ist kriminell, sondern seine Lebensumstände“ an die Mauer der JVA. Die Polizei kontrollierte die Gruppe. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Im Bergischen Städtedreieck verzeichneten die Polizeibeamten im Zusammenhang mit den Silvesterfeiern 176 Einsätze. Wuppertal kommt dabei mit 100 Vorfällen auf die mit Abstand höchste Zahl. In Remscheid und Solingen mussten die Beamten 40 beziehungsweise 36 Mal ausrücken. Meistens ging es bei den Einsätzen um Ruhestörungen (38, davon 23 in Wuppertal), es wurden aber auch gewalttätige Attacken auf Mitbürger (30, davon 14 in Wuppertal) und Sachbeschädigungen (16, davon 7 in Wuppertal) notiert.
 

Das war allerdings nicht bei jeder Feier so. So wurden 13 Menschen in Wuppertal durch den unsachgemäßen Gebrauch von Feuerwerkskörpern oder beim Streit mit anderen Personen verletzt. 13 Personen nahm die Polizei vorläufig in Gewahrsam, um weitere Straftaten zu verhindern.

Die Feuerwehr verzeichnet eine ruhigere Nacht als im Vorjahr

Wegen der Vorfälle in der Silvesternacht 2015/16 in Köln waren in diesem Jahr etwa ein Drittel mehr Polizisten in Wuppertal zum Jahreswechsel im Einsatz gewesen. Konkrete Zahlen dazu nannte das Polizeipräsidium nicht.

Einen etwas ruhigeren Jahresübergang verzeichnete dagegen die Feuerwehr in Wuppertal. Mehr als 30 Kleinbrände registrierte die Leitstelle der Feuerwehr Solingen-Wuppertal zwischen Mitternacht und Neujahrsmorgen. Zumeist handelte es sich dabei um Kleinbrände – also brennende Papier- oder Müllcontainer.

Ein größerer Einsatz musste allerdings in der Remscheider Straße in Ronsdorf gefahren werden. Dort war aus bislang ungeklärter Ursache am Sonntag gegen 5 Uhr ein geparkter Pkw in Brand geraten. Als die Feuerwehr vor Ort erschien, waren die Flammen bereits auf Teile der Hausfassade übergetreten. Die Bewohner – ein Ehepaar im Alter von 70 und 74 Jahren – waren durch Rauchmelder aus dem Schlaf gerissen worden und hatten die Feuerwehr alarmiert. Sie blieben unverletzt.

Die Feuerwehr, die mit drei Löschzügen, einem Rettungswagen und einem Notarzt vor Ort war, konnte ein weiteres Ausbreiten des Feuers verhindern. Nach Abschluss der Löscharbeiten wurde das Haus durchlüftet, die Feuerwehr kontrollierte das Gebäude auf mögliche Schadstoffe, die durch den Brand verursacht wurden. Anschließend konnten die Bewohner wieder ins Haus zurück.

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