Wuppertaler setzte Frau (63) mit intimen Fotos unter Druck.

Wuppertal. Für zwei Jahre und acht Monate muss ein 21-jähriger Wuppertaler ins Gefängnis, der versucht hat, eine 63-Jährige mit Sex-Bildern zu erpressen. So urteilte jetzt das Landgericht Mönchengladbach.

Die Geschäftsfrau war im November 2013 vor ihrer Wohnungstür in Mönchengladbach überfallen worden. Zwei Männer warfen sie zu Boden und raubten ihre Taschen, darunter auch eine Laptop-Tasche mit ihrem Notebook. Auf dem befanden sich intime Fotos und Filme der 63-Jährigen mit einem ehemaligen Liebhaber.

Wenige Tage später meldete sich der Angeklagte bei der Frau. Er forderte 10.000 Euro – sonst werde er die Bilder und Videos von dem Laptop veröffentlichen und den Ehemann der 63-Jährigen informieren.

Bei fingierter Geldübergabe klickten die Handschellen

Mit weiteren Anrufen und SMS versuchte er, sie unter Druck zusetzen. Sie wandte sich jedoch an die Polizei. Die konnte den 21-Jährigen bei einer vermeintlichen Geldübergabe in Wuppertal festnehmen. Vor dem Landgericht in Mönchengladbach hat der Angeklagte nur den Erpressungsversuch eingeräumt. Er erklärte, er habe das Notebook in einem Internet-Café für 100 Euro von einem Unbekannten gekauft.

Beteiligung an dem Raub war Angeklagtem nicht zu beweisen

Das Gericht sah es als nicht nachweisbar an, dass der 21-Jährige an dem Raub beteiligt war, und verurteilte ihn nur wegen versuchter Erpressung und Hehlerei. Da der Wuppertaler erst wenige Wochen vor der Tat aus einer längeren Haft – unter anderem wegen schweren Raubes – entlassen und schnell wieder straffällig geworden war, fiel die Strafe entsprechend hoch aus.

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