Wuppertal. Er soll einen 20 Jahre alten Wuppertaler hinterrücks mit dem Kopf auf den Bahnsteig geschlagen haben - heute verurteilte das Wuppertaler Landgericht den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung und unter Einbeziehung einer weiteren Straftat zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und zwei Monaten. Ein mitangeklagter 34-Jähriger wurde wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Beide Männer werden nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft der rechten Szene zugerechnet und hatten unmittelbar vor der Tat im November 2008 rechtsradikale Parolen und Lieder gesungen. Als einer der Rechten rief: "Deutschland wird geführt von rechter Hand", soll das spätere Opfer (20) lediglich entgegnet haben: "nicht". Daraufhin soll ihn der 27-Jährige mit voller Wucht von hinten auf den Boden des Bahnsteigs am Bahnhof Steinbeck gestoßen haben, während der 34-Jährige im Anschluss Freunde des Opfers zurückgehalten haben soll, dass sie dem 20-Jährigen nicht zur Hilfe eilen.

Das Gericht sprach heute von einem "rücksichtslosen Vorgehen" und einer "schlimmen Tat". Bei der Attacke erlitt der 20-Jährige schwere Kopfverletzungen. Er musste fünf Stunden lang operiert werden und trägt seitdem Metallplatten im Kopf. An ihn muss der 27-Jährige eine Entschädigung von rund 4200 Euro zahlen.

Die beiden Angeklagten sind wegen erheblicher Gewalttaten vorbestraft. Der gebürtige Dinslakener (27) wurde vor zehn Jahren zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt, weil er mit zwei weiteren Skinheads in Duisburg einen 58-jährigen Mann totgetreten hatte. Der 34-Jährige war im Jahr 2001 zu sieben Jahre Haft verurteilt worden, nachdem er seinen damals 15 Wochen alten Sohn schwer misshandelt hatte. Laut Urteil trug der Säugling schwere geistige und motorische Behinderungen davon und lebt heute in einer Pflegefamilie.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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