Vom Gerüst des Wahrzeichens löste sich am Donnerstagabend die Schiene für den Fahrstrom und fiel auf die Straße. Ein voll besetzter Zug steckte fest.

Wuppertal
Einsatz über der Wupper: Per Drehleiter wurden vor gut drei Wochen die Schwebebahn-Passagiere in Sicherheit gebracht.

Einsatz über der Wupper: Per Drehleiter wurden vor gut drei Wochen die Schwebebahn-Passagiere in Sicherheit gebracht.

Holger Battefeld

Einsatz über der Wupper: Per Drehleiter wurden vor gut drei Wochen die Schwebebahn-Passagiere in Sicherheit gebracht.

Wuppertal. Folgenschwerer Unfall auf der Fahrstrecke der Schwebebahn: Aus noch ungeklärter Ursache löste sich am Donnerstag gegen 18.25 ein gut 90 Meter langer Strang der Stromschiene vom Gerüst, stürzte auf die darunter liegende Hauptverkehrsstraße und ließ einen voll besetzten Zug des Wahrzeichens mit 100 Passagieren auf offener Strecke über der Wupper still stehen.

„Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass ich noch einmal mit der Schwebebahn fahre.“

Eine 17 Jahre alte Wuppertalerin nach ihrer Rettung

Die Fahrgäste – sie blieben nach erster Information unverletzt, standen zum Teil aber unter Schock – mussten per Drehleiter von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Das dauerte mehr als zwei Stunden.

Kein Wunder: Um diese Zeit sind die Wagen der Schwebebahn stets vollbesetzt. Eine 17 Jahre alte Augenzeugin lobte nach ihrer Rettung die Feuerwehr, stellte für sich aber klar: „Ich kann mir im Moment nicht vorstellen, dass ich noch einmal mit der Schwebebahn fahre.“

Die Ursache für den folgenschweren Absturz der Stromschiene ist vollkommen unklar. Bauarbeiten finden in diesem Bereich des Fahrgerüsts derzeit nicht statt. Sie musste am Donnerstagabend vom Gerüst gekappt und mit Trennschleifern zerlegt werden, um die Straße unter dem Gerüst wieder freigeben zu können. Der stromlose Zug muss von Hand in die Werkstatt geschleppt werden. Dort stehen Untersuchungen an. Mit einem Spezialfahrzeug wird das Gerüst am Freitag untersucht.

Autos unter dem Fahrgerüst demoliert, jetzt fahren Ersatzbusse

Erst, wenn die Unfallursache geklärt und jedes weitere Risiko ausgeschlossen werden kann, wird die Schwebebahn den Betrieb wieder aufnehmen. Das ist aber frühestens in der kommenden Woche der Fall, wie die Wuppertaler Stadtwerke am Donnerstagabend in einer ersten Stellungnahme sagten. Bis dahin fahren die Busse des Schwebebahn-Ersatzverkehrs.

Am 12. April 1999 kam es zum bislang schwersten Unfall der Wuppertaler Schwebebahn, als am frühen Morgen um 5.45 Uhr ein Zug in die Wupper stürzte. Fünf Menschen kamen damals ums Leben, 45 wurden zum Teil schwer verletzt.

Zu Höhe des Schadens gab es am Abend noch keine Angaben, aber auch auf der B 7 kamen einige Tausend Euro zusammen: Beim Absturz beschädigte der Strang der Stromschiene mehrere Wagen. Eine Autofahrerin, die zum Zeitpunkt des Unfalls unter der Schwebebahn unterwegs war, stand unter Schock.

Polizei und Feuerwehr waren bis in den späten Abend im Großeinsatz: Die Unfallstelle wurde weiträumig abgesperrt – es kam zu kilometerlangen Staus. Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) und Stadtwerke-Chef Andreas Feicht machten sich am Donnerstagabend ein Bild von der Unfallstelle und sprachen mit den geretteten Passagieren. Jung: „Wir können nur glücklich sein, dass niemand verletzt wurde“, sagte Jung im Gespräch mit unserer Zeitung.

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