Die Einstiegskontrolle in Bussen hat sich mit einer Million Euro bewährt. Aus Sicht der WSW lässt sich das aber nicht auf die Schwebebahn übertragen.

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Noch kann man ohne Fahrschein auf die Bahnsteige der Schwebebahn. Drehkreuze – wie in anderen Städten üblich – sind aus Sicht der WSW zu teuer und mit zu großem Aufwand verbunden.

Noch kann man ohne Fahrschein auf die Bahnsteige der Schwebebahn. Drehkreuze – wie in anderen Städten üblich – sind aus Sicht der WSW zu teuer und mit zu großem Aufwand verbunden.

Uwe Schinkel

Noch kann man ohne Fahrschein auf die Bahnsteige der Schwebebahn. Drehkreuze – wie in anderen Städten üblich – sind aus Sicht der WSW zu teuer und mit zu großem Aufwand verbunden.

Wuppertal. Die Zahlen sprechen für sich und stehen für einen Erfolg im Sinne aller ehrlichen Kunden: Nachdem die Stadtwerke die Ticketkontrolle beim Einstieg in ihre Busse eingeführt haben, stieg der Umsatz innerhalb eines Jahres um eine Million Euro. Im Gegenzug ging die Zahl der Schwarzfahrer um 75 Prozent zurück (die WZ berichtete). Die Investitionskosten von seinerzeit gut 850.000 Euro sind damit nach nur einem Jahr mehr als ausgeglichen. Und das wirft die Frage auf, ob sich nicht auch die Schwebebahn mit einer Ticketkontrolle ausstatten ließe – an den Zugängen zu den Bahnsteigen.

2800 Fahrer in der Schwebebahn erwischt – hohe Dunkelziffer

Und auch hier gibt es deutliche Zahlen: Beim Einsatz von elf Kontrolleuren wurden 2010 etwa 2800 Schwarzfahrer erwischt, wie WSW-Sprecher Holger Stephan auf WZ-Nachfrage berichtet. Wie hoch die Dunkelziffer bei etwa 87.000 Passagieren pro Werktag und fast 25 Millionen Fahrgästen im Jahr tatsächlich ist, lässt sich nur erahnen. Tatsache ist, was die WSW immer wieder betonen, dass die Verkehrssparte mit einem Defizit von 52,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf jeden Cent angewiesen ist.

Das alleine reicht aus Sicht der Stadtwerke aber nicht für eine Erweiterung der Ticketkontrolle auf die Schwebebahn: Sie habe man im Zuge des kontrollierten Vordereinstiegs zwar erörtert, wie Stephan erklärt, aber als nicht machbar eingeschätzt.

Das habe mehrere Gründe: So müssten an allen 20 Bahnhöfen Drehkreuze zur elektronischen Ticketkontrolle vor dem Gang auf den Bahnsteig aufgestellt werden. Das beträfe die Treppenaufgänge ebenso wie die Aufzüge. Und hier liege das nächste Problem: Um Passagiere mit Rollstühlen und Kinderwagen zu kontrollieren und trotzdem barrierefrei durchzulassen, müssten zusätzliche Vorrichtungen und Personal bereitgestellt werden. Das alles sei logistisch und finanziell nicht zu stemmen, sagt Stephan: Das stramme Restprogramm beim Umbau der Schwebebahn und der Kostendruck lasse weitere Investitionen nicht zu.