Prämien und Betriebsfeste sollen mit Bargeld gezahlt worden sein.

Burg. Auf Schloss Burg hat es anscheinend jahrelang eine schwarze Kasse gegeben. Mit Bareinnahmen, etwa von Kunsthandwerkerbasaren, sollen Mitarbeiterprämien, Präsente und Betriebsfeste bezahlt worden sein. Das bestätigten zwei Mitglieder des Schlossbauvereins, die namentlich nicht genannt werden wollen. Das Finanzamt sei im Dezember informiert worden.

Der Vereinsvorsitzende und Interims-Geschäftsführer Klaus-Dieter Schulz kommentiert den Vorgang dagegen nicht. Offiziell spricht der Verein von einer "Buchungsdifferenz" aus den Jahren 2006 bis 2008. Diese Summe wird von der Staatsanwaltschaft, die Vorermittlungen eingeleitet hat, auf rund 25.000 Euro beziffert. Der neu eingestellten Buchhalterin im Schloss war die Differenz zwischen Marktstand-Anmeldungen und verbuchten Einnahmen aufgefallen.

Die mutmaßliche schwarze Kasse scheint Hintergrund für den Abgang des Museumsdirektors Stefan Geppert zu sein, der zum Jahresende gekündigt hatte. Dazu passt auch die Erklärung seines Anwalts, die ominösen 25.000 Euro seien "für Zwecke des Vereins" verwendet worden. Die Art dieser Verwendung sei auch vor Gepperts Amtsantritt schon üblich gewesen.

Auch Ex-Geschäftsführer zahlte Prämien in bar aus

"Zu meiner Zeit gab es im Schloss keine schwarzen Kassen", stellt Dirk Soechting klar, der bis 2005 die Geschäfte im Schloss führte. Er räumt aber ein, dass Mitarbeiter nach anstrengenden Tagen - etwa den Kunsthandwerker-Basaren - "jeweils 20, 30 Mark als Prämien" erhalten hätten. Dieses Geld sei "auch mal nicht direkt aus dem Haushalt", sondern zum Beispiel aus Spenden geflossen. Soechting: "Sonst hätten die Leute das ja versteuern müssen." Standgebühren von Marktteilnehmern, die gelegentlich bar kassiert wurden, seien aber immer ordentlich verbucht worden. Die Prämienpraxis sei dem Vereinsvorstand bekannt gewesen.

Der Vorsitzende Schulz und Schatzmeister Hans Irlenbusch hatten vorige Woche erklärt: "Alle Vorstandsmitglieder haben bekundet, außerhalb des vorgenannten Vorgangs (gemeint sind die 25.000 Euro, Anm. d. R.) von eventuell unkorrekten Abrechnungsmethoden in jüngster Zeit und in der Vergangenheit keine Kenntnis zu haben."

Beide lenken die Schloss-Geschicke ehrenamtlich, bis ein neuer Geschäftsführer gefunden ist - und sorgen dafür, dass geplante Veranstaltungen stattfinden. Der Verein hat nach eigenen Angaben 20 Mitarbeiter und erhält jährlich 215.000 Euro von den Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal.

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