Rad- und Fußweg: Die Vorarbeiten haben begonnen. Rund 250 Bäume müssen gefällt werden.

Der eine oder andere Spaziergänger hat sich in der Vergangenheit sicher schon mal auf die Schwarzbachtrasse verirrt und zum Beispiel seinen Hund dort Gassi geführt. Ansonsten dürfte es auf der ehemaligen Bahnstrecke aber immer ziemlich ruhig gewesen sein – bis jetzt. Denn seit kurzem laufen die ersten Vorarbeiten, die Trasse als Fuß- und Radweg zu reaktivieren. Bauherr ist die Wuppertalbewegung. Die Förderphase laufe bis 2020. Man werde aber natürlich alles tun, damit die neue Trasse den Wuppertalern schon früher zur Verfügung steht, kündigt Carsten Gerhardt, der Vorsitzende des Vereins an.

Mitarbeiter der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung mbH (GBA) und des Wichernhauses fällen derzeit Bäume. Insgesamt 248 werden an der 1,8 Kilometer langen ehemaligen Bahnstrecke bis Ende des Monats verschwunden sein. Zum einen Gefahrenbäume, über die ein Gutachter geurteilt hat, zum anderen Bäume, die mittlerweile auf der Trasse wachsen und damit der neuen Nutzung einfach im Weg stehen.

Problem: Momentan sind kaum große Häcksler zu bekommen

Allein der Sturm vor einiger Zeit habe noch für einige neue Gefahrenbäume gesorgt, sagt Lutz Eßrich, 2. Vorsitzender der Wuppertalbewegung. Beim Ortstermin mit Michael Kraft, Architekt im Ruhestand und ehrenamtlicher Projektleiter des Vereins, und Eßrich wird deutlich, dass die Mitarbeiter von GBA und Wichernhaus noch einiges vor sich haben. „Ein Problem ist zum Beispiel, dass derzeit kaum große Häcksler zu bekommen sind, weil die wegen des Sturms anderswo gebraucht werden“, sagt Kraft.

Sind die Bäume aber erst einmal weg, geht es richtig los: Die Schienen und Schwellen müssen herausgeholt werden. Den Job erledigt eine Firma, der Auftrag ist ausgeschrieben, sagt Kraft. Im Juni geht es dann an die Sanierung der Bauwerke – auf der Trasse befinden sich das Wichlinghauser Viadukt, sieben weitere Brücken und der Tunnel Dahler Straße.

Wobei, wie Eßrich und Kraft anmerken, der Aufwand noch nicht ganz genau abgeschätzt werden kann. Die Ingenieurbauwerke machten zwar optisch einen guten Eindruck, man sei aber auf Überraschungen gefasst. Wobei das Viadukt, das noch in den 1980er/90er Jahren saniert worden war, eher wenige Probleme machen dürfte. Und auch der Tunnel sei vermutlich keine so große Hürde. „Kein Ziegelstein-, sondern ein Sandsteinbau wie der Tunnel Schee“, erklärt Eßrich und Kraft ergänzt schmunzelnd: „Nur nicht so feucht.“

Wahrscheinlich werden man ihn gar nicht mit Beton verschalen, sondern mit einer Blechverkleidung arbeiten. „Das ist längst nicht so aufwendig und so teuer wie bei der Nordbahntrasse.“ Ausführender sei dann aber ein Ingenieurbüro. „Ich berate nur für den Verein“, erklärt Kraft. Ein Punkt, weshalb der Tunnel ebenfalls leichter zu handhaben sei, als einige seine Pendants auf der Nordbahntrasse: „Wir haben hier keine Fledermäuse.“

Mehr Kopfzerbrechen bereiten ihm da schon die Stützwände, aus denen teilweise schon dicke Wurzeln schlagen, wie er vor dem Tunnel Dahler Straße zeigt. „Die Hangsicherung wird eine unserer großen Aufgaben sein“, ist Kraft überzeugt. Gespannt sei er zudem, wie zum Beispiel die Sanierung der Brücken an der Langobarden- und an der Gildenstraße anläuft.

Als letzter Schritt werde dann die eigentliche Strecke fertiggemacht. Das, was die Wuppertaler schließlich als Schwarzbachtrasse wahrnehmen werden – und worauf so viele jetzt mit großer Vorfreude warten.

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