Sofia, Antonia und Jacinta sind erstmals an der „Pina“ und haben Verbindungen nach Deutschland.

Sofia, Antonia und Jacinta sind erstmals an der „Pina“ und haben Verbindungen nach Deutschland.
Sofia, Antonia und Jacinta (v.l.) fühlen sich an der Pina-Bausch-Gesamtschule gut aufgehoben. Sehr zur Freude von Schulleiter Jörg Merbecks, Maike, Gregor, Maxime und Spanisch-Lehrerin Julia Bögeholz.

Sofia, Antonia und Jacinta (v.l.) fühlen sich an der Pina-Bausch-Gesamtschule gut aufgehoben. Sehr zur Freude von Schulleiter Jörg Merbecks, Maike, Gregor, Maxime und Spanisch-Lehrerin Julia Bögeholz.

S. Fries

Sofia, Antonia und Jacinta (v.l.) fühlen sich an der Pina-Bausch-Gesamtschule gut aufgehoben. Sehr zur Freude von Schulleiter Jörg Merbecks, Maike, Gregor, Maxime und Spanisch-Lehrerin Julia Bögeholz.

Vohwinkel. Von ihrer Heimat in Südamerika war es eine lange Reise nach Vohwinkel. Drei Schülerinnen aus Chile nehmen derzeit an einem Austauschprojekt mit der Pina-Bausch-Gesamtschule Vohwinkel teil. Sie leben in Gastfamilien und besuchen den Unterricht im Stadtteil. Das sechswöchige Projekt ist eine Premiere für die Gesamtschule und soll der Auftakt für einen weiteren Austausch sein. Der Kontakt ist kein Zufall. Lehrerin Julia Bögeholz stammt aus Chile und hat dort die Deutsche Schule in der Stadt Concepcion besucht. Von dort stammen auch die Austauschschülerinnen. Sie haben sich seit Dezember schon gut in Vohwinkel eingelebt und auch die Feiertage bei ihren Gastfamilien verbracht.

„Weihnachten ist hier gar nicht so anders als bei uns“, erzählt die 16-jährige Antonia. Nur die Geschenke werden in ihrer Heimat erst um Mitternacht übergeben. Die junge Chilenin hat mittlerweile eine Fülle von Eindrücken gesammelt. Besonders gefällt ihr die Schwebebahn. „Damit kommt man selbst bei viel Verkehr sehr schnell voran“, lobt sie. In Chile sei der öffentliche Nahverkehr deutlich schlechter ausgebaut.

Den Unterricht in Deutschland findet die Schülerin außerdem weniger streng. „Bei uns gibt es keine Freistunden“, berichtet Antonia. Außerdem seien Schuluniformen Pflicht. Ihre Zwillingsschwester Jacinta findet die multikulturellen Einflüsse in Wuppertal spannend. Beide haben sich sehr auf ihren Aufenthalt fern der Heimat gefreut. Ihre Familie hat durch die Uroma Wurzeln in Deutschland. Bis heute wird diese Tradition von den Eltern gepflegt und etwa am 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit gefeiert.

Die Vohwinkeler Schüler freuen sich schon auf den Gegenbesuch

Auch die 16-jährige Sofia hat sich ganz bewusst für das Austauschprojekt entschieden. „Es ist gut, verschiedene Sprachen zu sprechen und andere Kulturen kennenzulernen“, findet die Chilenin. Sie würde später gern Medizin in Deutschland studieren.

Lehrerin Julia Bögeholz freut sich über die Intensivierung der Beziehungen zu Lateinamerika. Bereits im vergangenen Jahr hat sie die chilenische Choreografin und Künstlerin Paola Aste von Bennewitz an die Schule geholt. Diese führte mit jugendlichen Teilnehmern Workshops durch. „Wir hoffen, dass wir noch Sponsoren für das Austauschprojekt finden, damit mehr Schüler mitmachen können“, sagt Bögeholz. Bisher müssen die Familien die Reisekosten komplett selbst tragen.

Der Gegenbesuch in Chile soll voraussichtlich im Herbst stattfinden. Daran wird etwa die 17-jährige Maike teilnehmen. „Das ist eine ganz besondere Gelegenheit, die es nicht so oft gibt“, findet sie. So sieht es auch ihr gleichaltriger Mitschüler Gregor. „Südamerika reizt mich sehr“, erzählt er. „Ich war noch nicht außerhalb Europas und freue mich sehr darauf“, sagt auch Maxime (16). Für Schulleiter Jörg Merbecks ist das neue Projekt eine gute Ergänzung zu den bisherigen Austauschprogrammen an der Gesamtschule. „Wir sind sehr gespannt, wie sich das entwickelt“, sagt er.

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