Ein Bürger kritisiert das Auftreten einer Mitarbeiterin des Ordnungsamts. Wie die Stadt mit seiner Beschwerde umgeht, bringt ihn noch mehr auf die Palme.

Ein Bürger kritisiert das Auftreten einer Mitarbeiterin des Ordnungsamts. Wie die Stadt mit seiner Beschwerde umgeht, bringt ihn noch mehr auf die Palme.
Das Ordnungsamt setzt sich gegen Verschmutzung des öffentlichen Raums ein (Archivbild). Archiv

Das Ordnungsamt setzt sich gegen Verschmutzung des öffentlichen Raums ein (Archivbild). Archiv

Das Ordnungsamt setzt sich gegen Verschmutzung des öffentlichen Raums ein. Archiv

Melanie Zanin, Bild 1 von 2

Das Ordnungsamt setzt sich gegen Verschmutzung des öffentlichen Raums ein (Archivbild). Archiv

Wuppertal. „Die stellen das ja so dar, als ob ich gelogen hätte!“ Amin Machkitou (21) ist fassungslos, was das Ordnungsamt ihm auf seine Beschwerde hin geschrieben hat: „Nicht richtig“ sei das, was er in seinem Brief an den Oberbürgermeister berichtet hat. „Ich denke mir so etwas doch nicht aus“, empört er sich.

In seiner E-Mail hatte der junge Bankangestellte einen Vorfall vom 26. Januar geschildert. An dem Abend hatte er in dem McDonald’s-Restaurant an der Friedrich-Ebert-Straße beobachtet, wie sich auch drei uniformierte Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts Kaffee bestellten. Einer der Frauen sei die Zuckerverpackung auf den Boden gefallen, sie habe sie aber trotz Hinweis einer Kollegin nicht aufgehoben.

Provokante Äußerungen

Als die Frauen gingen, habe er sie angesprochen, ob sie das Papier nicht aufheben könne, es seien Kinder da und sie habe eine Vorbildfunktion. Amin Machkitou berichtet, die Ordnungsamtsmitarbeiterin habe provokant „Nö. Und jetzt?“ geantwortet und sei gegangen.

Als er das Restaurant verließ, habe sie sich mit weiteren Kolleginnen im Außenbereich aufgehalten und ihm zugerufen: „Schönen Abend noch, du Loser!“ Das sei für ihn dann nicht mehr akzeptabel gewesen, daher habe er die Polizei gerufen. Doch leider seien die Frauen weggefahren, bevor die Polizei eintraf. Trotzdem wollte er den Vorfall nicht auf sich beruhen lassen, mailte an den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung, schrieb darin auch, dass die übrigen Gäste wie er entsetzt gewesen seien. Auch von den Polizeibeamten hatte er den Eindruck, dass sie seine Meinung teilten.

Gut zwei Wochen später erhielt er die Antwort. Darin bestätigt der zuständige Abteilungsleiter, dass sich mehrere Mitarbeiterinnen im Bereich des McDonald’s-Restaurant aufgehalten haben. „Nicht richtig ist jedoch, dass die besagte Kollegin eine leere Zuckerverpackung auf den Boden fallen ließ, da diese Mitarbeiterin überhaupt keinen Zucker im Kaffee trinkt“, heißt es weiter. „Nicht richtig“ sei auch die spätere Beleidigung. Die Mitarbeiterin habe ihm nur eine schönes Wochenende gewünscht. Es folgt eine Bestätigung, dass uniformierte Mitarbeiterinnen eine Vorbildfunktion haben und dass die Angelegenheit intern aufgearbeitet wurde. Doch bei Amin Machkitou bleibt hängen, dass seiner Aussage widersprochen wird.

Interne Besprechung

Stadtsprecherin Ulrike Schmidt-Keßler erläutert auf WZ-Nachfrage: „Wenn das Geschilderte stimmen würde, wäre das sicher ein Grund, sich zu entschuldigen.“ Denn natürlich hätten Mitarbeiterinnen in Uniform eine Vorbildfunktion. Aber in solchen Fällen glaube die Stadt zunächst ihren Mitarbeitern – es stehe schließlich Aussage gegen Aussage. Abteilungsleiter Andreas Bergenthal versichert zudem: „Das ist natürlich intern besprochen worden.“

Eine so massive Kritik erlebe er zum ersten Mal. Sonst sei es umgekehrt: Mitarbeiter des Ordnungsamts, besonders Politessen, müssten sich oft Beleidigungen anhören. Machmal bekämen auch Mitarbeiter den Ärger ab, den Bürger mit anderen Kollegen gehabt haben.

Amin Machkitou versichert, er habe keine besonderen Konflikte mit dem Ordnungsamt: „Mir geht es ums Prinzip. So ein Gerechtigkeitssinn, das ist einfach meine Natur.“

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