Nachbarn empört: Retter mussten laufen.

Wuppertal. Tödliches Schnee-Drama in Ronsdorf: Am Montagmorgen zwischen 6 und 7 Uhr früh wollte ein Mann den Neuschnee vor seinem Haus in der Siedlung Am Knöchel räumen. Dabei erlag er einem Herzinfarkt. Für die Nachbarn unbegreiflich: Weil die Siedlung seit mehreren Tagen nicht geräumt worden sei, habe sich der Notarzt festgefahren. Die Retter mussten aussteigen und sich samt Instrumenten zu Fuß zur Unglücksstelle vorkämpfen.

Der Mann starb und die Nachbarn sind ebenso bestürzt wie empört. Während der Mann seiner Schneeräumpflicht nachgekommen sei, habe die Stadt wegen ihres Sparkurses ihre Verkehrssicherungspflicht verletzt, hieß es gestern. Das Presseamt zeigte sich gestern über den Todesfall bestürzt, wies die Vorwürfe aber zurück. Die Kapazitäten des Räumdienstes reichten derzeit eben nicht aus, um alle Bereiche vom Schnee zu befreien.

Feuerwehr warnt Herzkranke
vor anstrengender Arbeit im Schnee

Die Feuerwehr kennt das Thema Herzinfarkt und Schneeschippen: "Insbesondere älteren und vorbelasteten Männer sind gefährdet. Die Fallzahlen steigen im Winter signifikant an", sagt Wuppertals leitenden Notärztin, Dr.Hella Körner-Goebel. Die ungewohnte Anstrengung in der Kälte werde häufig unterschätzt. Sie rät zu warmer Kleidung, einen Schal oder ein Tuch über den Mund zu binden und langsam zu arbeiten. Es bestehe vielleicht auch die Möglichkeit jüngere Nachbarn um Hilfe beim Schneeräumen zu bitten.

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