Aus dem Wuppertaler Osten kommt massiver Protest an der angekündigten Schließung der Verwaltungsstelle Beyenburg. Margret Hahn warnt auch vor gesellschaftlichen Folgen.

Aus dem Wuppertaler Osten kommt massiver Protest an der angekündigten Schließung der Verwaltungsstelle Beyenburg. Margret Hahn warnt auch vor gesellschaftlichen Folgen.
Die Verwaltungs-Außenstelle Beyenburg soll geschlossen werden. Archiv

Die Verwaltungs-Außenstelle Beyenburg soll geschlossen werden. Archiv

Andreas Fischer

Die Verwaltungs-Außenstelle Beyenburg soll geschlossen werden. Archiv

Beyenburg/Langerfeld. Sehr emotional ging es zu, als in der Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg das Thema Bürgerbüros anstand. Und am Schluss sprach SPD-Mann Andreas Bialas wohl im Sinne aller: „Wir sind nicht bereit, auf die Stelle Beyenburg zu verzichten.“

Hintergrund war die schriftliche Antwort des Beigeordneten Panagiotis Paschalis auf eine Anfrage der Bezirksvertretung, wer denn in der Stadt beim Thema Bürgerbüros was zu entscheiden habe. Zusammengefasst: Der Rat entscheidet, ob und wo es Bürgerbüros gibt; der Oberbürgermeister entscheidet dann, welche Aufgaben sie übernehmen sollen. Bezirksvertretung müssten angehört werden.

„Warum legen sich die Parteien mit den Bürgern an?“

Zur angekündigten Schließung der Verwaltungs-Außenstelle in Beyenburg sagte Klaus Frische (CDU): „Die Beyenburger fühlen sich veräppelt.“ Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever (SPD) schimpfte: „Sachkenntnis gibt es wenig in diesem Bereich.“ Und er fuhr fort: „Warum legen sich die Parteien in Wuppertal mit den Bürgern an?“

Dezernent Frank Meyer gab zu bedenken, dass die Stadt im Zuge der Haushaltskonsolidierung „den Mangel verwalten“ müsse. Betriebswirtschaftlich könne man das zwar so sehen, kam es dazu aus der BV. Doch die Bürgerbüros nähmen hoheitliche Aufgaben wahr, so Bezirksbürgermeister Hasenclever, ihre Aufgaben seien „nicht mit einer Turnhalle zu vergleichen“.

Es sei natürlich sinnvoll, wenn auch die Beyenburger Verwaltungsstelle erhalten bliebe, sagt Margret Hahn vom Bürgerverein Langerfeld zum Thema. „Wir stellen uns auch längere Öffnungszeiten vor als den von der Stadt angekündigten einen Tag pro Stadtteilbüro.“ Der Zeitraum sei knapp bemessen, anderthalb bis zwei Tage seien zielführender. Dann könnte es womöglich auch eine Lösung für Beyenburg geben, so Hahn: „ In dem Fall hätten wir uns durchaus vorstellen können, dass wir als Langerfelder sozusagen einen halben Tag an die Beyenburger abgegeben hätten.“ Doch bei den vorgestellten Öffnungszeiten sei das nicht zu machen: „Von einem Tag kann man nichts abgeben.“ Die von Bürgeramtsleiter Jochen Siegfried genannten Zahlen von 100 Fällen pro Monat in Beyenburg seien „in der Tat gering“, räumt die Vorsitzende des Langerfelder Bürgervereins ein. Doch Detailzahlen seien für das grundsätzliche Thema unerheblich: „Wichtig ist, dass die Alten und Schwachen die Möglichkeit haben, in ihrem Stadtteil die Verwaltung zu erreichen.“ Das sei zumindest für Langerfeld, Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel in Aussicht gestellt.“ Wobei zu beachten sei, „dass die Pläne ja noch den Rat passieren müssen“, so Hahn. „Der Druck, der aus den Vereinen und der Bürgerschaft gekommen ist, war schon recht groß – und das ist auch gut so. Aber wir brauchen dringend die Option, dass die Öffnung der Bürgerbüros nicht auf einen Tag festgeschrieben wird.“

Eine öffentliche Diskussion gibt es zum Thema pro und contra Bürgerbüros in Wuppertal nächste Woche. Treffpunkt ist am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr in den Räumen der Freiwilligen Feuerwehr Langerfeld, Am Timpen.

Für viele sei der Weg aus den Stadtteilen nach Barmen beschwerlich: „Deshalb ist es wichtig, Bürgernähe zu schaffen.“ Und zwar im räumlichen wie im übertragenen Sinne, wie die Langerfelderin betont – denn gesellschaftliche Folgen dürften nicht außer acht gelassen werden: „Wir dürfen keine weitere Entfernung der Bürger von Verwaltung und Politik zulassen.“ Das schüre Frust, Politikverdrossenheit, „und es befördert Protestwahlen - das darf nicht in unserem Interesse sein“.

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