Cronenberger Feuerwehrleute trainierten sicheres Fahren für ihre Anfahrt zum Einsatz.

Cronenberger Feuerwehrleute trainierten sicheres Fahren für ihre Anfahrt zum Einsatz.
Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr absolvierten ein Fahrsicherheitstraining.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr absolvierten ein Fahrsicherheitstraining.

Freiwillige Feuerwehr

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr absolvierten ein Fahrsicherheitstraining.

Cronenberg. Christian Oertel gibt Gas. Der Brandoberinspektor sitzt in seinem privaten PKW, fährt jetzt auf die Trainingsstrecke des Fahrsicherheitszentrums des ADAC in Grevenbroich. Er erreicht die Rüttelplatte – dem Wagen schlägt es in die Hinterachse. Er dreht hinten weg, bricht aus. Oertels Aufgabe ist, ihn unter Kontrolle zu halten.

Zwei Tage sind für die rund 40 aktiven Kameraden des Löschzugs Cronenberg der Freiwilligen Feuerwehr reserviert. Im Alarmfall müssen die Feuerwehrleute in ihren privaten Autos so schnell wie möglich das Feuerwehrhaus erreichen, ohne dabei sich oder andere zu gefährden.

Reaktionsfähigkeit kennenlernen

„Sicherheit schon ab der Alarmierung“ – das ist dem Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg wichtig, deshalb hat er das Training finanziert. Es hilft den Rettern, ihre Reaktionsfähigkeiten kennen zu lernen und die technischen Möglichkeiten ihrer Autos auszuloten. Und es hilft, sich in plötzlichen Ausnahmesituationen richtig zu verhalten.

„Man lernt dabei die Grenzbereiche von Mensch und Fahrzeug kennen“, sagt Oertel, Sprecher des Löschzugs Cronenberg. „Die liegen höher, als man das selber einschätzt. Diese Erfahrung gibt einem ein gutes Gefühl.“

Die Wehrleute hatten sich aufgeteilt. Jeweils die Hälfte des Zuges fuhr nach Grevenbroich, die andere blieb in Cronenberg. Oertel versichert: „Die Einsatzfähigkeit war immer gewährleistet.“

Gut acht Stunden dauerte ein Trainingstag. Der jeweilige Fahrer ist auf der Strecke per Funk mit seinem Trainer verbunden. „Ein Beifahrer saß nur mit im Wagen, wenn es zum Beispiel galt, Werte abzulesen. Also etwa, bei welcher Geschwindigkeit der Wagen sich noch hält und ab wann er ausbricht.“

Unterschiedliche Fahrbahnbeläge für die rechten und linken Räder gehörten zu den Herausforderungen. Plötzlich auftretendes Glatteis kann man so zum Beispiel simulieren. Unvermutet aufsteigende Wasserwände helfen zu trainieren, einem plötzlich auftauchenden Hindernis auszuweichen oder auf ein unvermutet auftauchendes Fahrzeug zu reagieren.

Nach Paragraph 35 der Straßenverkehrsordnung haben Feuerwehrleute ab dem Zeitpunkt der Alarmierung auch in ihren Privatautos Sonderrechte. Sie dürfen zum Beispiel schneller als erlaubt unterwegs sein, wenn sie das moderat machen und der Situation angepasst. Dann müssen sie auch nicht an jedem Stoppschild halten. Oertel: „Voraussetzung ist dabei immer, dass niemand behindert oder gefährdet wird.“

Im Unterschied zu den Einsatzfahrzeugen, die dann in der Feuerwache besetzt werden, sind die privaten Fahrzeuge ja nicht mit Blaulicht und Martinshorn ausgerüstet. Man kann den privaten Wagen also nicht ansehen, dass ihr Fahrer gerade Sonderrechte in Anspruch nehmen darf.

Oertel: „Dadurch entfällt auch das umgangssprachliche ,Wegerecht’, was die anderen Verkehrsteilnehmer auffordert, gegenüber einem Fahrzeug mit Sondersignalen freie Bahn zu schaffen. Die Kameradinnen und Kameraden befinden sich also zusätzlich zur Anspannung aufgrund des bevorstehenden Einsatzes in der schwierigen Situation, sehr schnell das Feuerwehrhaus zu erreichen, gleichfalls aber die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren.“

Christian Oertel zieht Bilanz: „Das Fahrsicherheitstraining ist sehr gut angekommen.“ Denn auch im Alltag sei es gut zu wissen, was man sich und seinem Wagen zutrauen kann. Und wie man sich im Falle eines Falles richtig verhält. Denn auch das dient der Sicherheit, für sich und für andere. Oertel dankte dem Förderverein und allen, die mit ihren Spenden das Training möglich gemacht haben.

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