Nach der Operation bekam Rainer Heckersbruch ungenießbares Essen. Als er das ablehnte, gab’s erst mal gar nichts.

Helios
Diesen Blumenkohl mochte Rainer Heckersbruch im Helios Klinikum nicht essen.

Diesen Blumenkohl mochte Rainer Heckersbruch im Helios Klinikum nicht essen.

Rainer Heckersbruch nach seiner Fußoperation im Helios Klinikum.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 2

Diesen Blumenkohl mochte Rainer Heckersbruch im Helios Klinikum nicht essen.

Wuppertal. Auf das erste Mittagessen nach der Fußoperation im Helios Klinikum hatte sich Patient Rainer Heckersbruch gefreut: „Rinderbraten mit Kartoffeln und Blumenkohl, das klang appetitlich“, sagt seine Frau Petra – die das Essen nun sichergestellt hat.

Kein Alternativ-Essen nach der Beschwerde

„Als mein Mann den Blumenkohl umdrehte, sah er, dass er am Stiel schwarz war“, berichtet die Wuppertalerin. Nach seiner Beschwerde habe das Pflegepersonal ihrem 70 Jahre alten und von der Operation geschwächten Mann kein Alternativ-Essen angeboten: „Erst am Abend gab es wieder etwas“, sagt Petra Heckersbruch, die sich an das Gesundheitsamt gewandt hat und das sichergestellte Gemüse heute zur Prüfung einreichen soll. „Man stelle sich vor, jemand mit Magen-Darm-Problemen hätte den Blumenkohl verzehrt.“

Das Ganze sei „ein bedauerlicher Einzelfall“, sagte Helios-Sprecher Tobias Pott am Montag auf Nachfrage unserer Redaktion. Er geht davon aus, dass das beanstandete Stück Gemüse keinen Schimmel, sondern eine Verfärbung aufweise, die vermutlich schon bei der Lieferung des tiefgefrorenen Blumenkohls vorhanden gewesen sei und einen Qualitätsmangel darstelle, „der bereits auf dem Feld, beispielsweise durch zu viel Nässe, entstanden ist“. Der Blumenkohl komme als Tiefkühlware und bleibe bis zur Portionierung im gefrorenen Zustand.

„ Wir wollen, dass sich etwas ändert.“

Petra Heckersbruch

Für den Einzelfall spreche auch, dass es keine weiteren Beschwerden über das Essen gegeben habe – mehr als 400 Rinderbraten mit Blumenkohl seien am Samstag ausgeben worden. Gleichwohl werde man den Fall prüfen. „Wir haben den Lieferanten über den Qualitätsmangel informiert.“ Zudem würden Proben zur Laboranalyse eingesandt.

Dass Rainer Heckersbruch kein neues, unverdorbenes Essen gereicht wurde, sei nicht in Ordnung. „Für die Unannehmlichkeiten des Patienten möchten wir uns daher ausdrücklich entschuldigen. Ein Ersatzessen hätte selbstverständlich angeboten werden können. Wir werden mit den Verantwortlichen der Station aufarbeiten, warum dies unterblieben ist.“

Über die Qualität und die Kosten von Verpflegung in Krankenhäusern wird seit Jahren diskutiert (siehe Kasten oben). Was genau das Essen die Krankenhäuser pro Patient und Tag kostet, dazu gab es von den Wuppertaler Kliniken gestern keine Auskunft.

Dass es sich um allzu große Beträge handelt, bezweifelt nicht nur Petra Heckersbruch. Sie hat sich bewusst an die Öffentlichkeit gewandt: „Es geht mir dabei noch nicht einmal um meinen Mann“, betont sie. Der Familie ist wichtig, „grundsätzlich auf das Problem von Einsparungen auf Kosten der Patienten“ hinzuweisen.

Im Fall ihres Mannes hätten sogar anwesende Ärzte andauernden Sparzwang kritisiert. „Wir wollen, dass sich etwas ändert.“

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