Die Sparkasse würdigt die Arbeit des Vereins mit Postern zur Planung der Nordbahntrasse.

Die Sparkasse würdigt die Arbeit des Vereins mit Postern zur Planung der Nordbahntrasse.
In der Stadtsparkasse wird die Ausstellung derzeit gezeigt.

In der Stadtsparkasse wird die Ausstellung derzeit gezeigt.

Andreas Fischer

In der Stadtsparkasse wird die Ausstellung derzeit gezeigt.

Wuppertal. Es ist kaum zu glauben, aber es ist tatsächlich schon zehn Jahre her, dass Carsten Gerhardt einen neuen Verein und eine Vision in den politischen Gremien vorstellte. 2006 tingelte der damals 37-Jährige unter anderem durch die Bezirksvertretungen. Dort berichtete er vom Plan der im Februar 2006 gegründeten Wuppertal-Bewegung, die alte Eisenbahnstrecke auf den Nordhöhen zu einem attraktiven Fuß-Radweg durch die Stadt zu machen.

Der Stadtrat sagte dem neuen Verein vier Monate nach dessen Gründung volle Unterstützung zu. 170 Mitglieder verzeichnete der Verein schon im September desselben Jahres; die Bewegung nahm schnell Fahrt auf.

Eine erfolgreiche Idee, um die Wuppertaler mit ins Boot zu holen, war nicht die schnöde Anfrage nach Spenden. Nein: Bürger sollten symbolische Flächen kaufen können. Von dem eingenommenen Geld würde die Nordbahntrasse dann hergerichtet. Den wenigen Skeptikern gab der überzeugte Wuppertaler mit auf den Weg, dass eingegangene Spenden zurückerstattet würden, sollte das Projekt nicht realisiert werden können.

Zu Rückerstattungen ist es freilich nicht gekommen. Denn Carsten Gerhardt und seine Mitstreiter, darunter Fachleute aus dem Bauwesen, hatten gründlich vorgearbeitet. Im Mai 2006 legten sie bereits eine Studie vor, in der nicht nur die Kosten für den geplanten Rad-Wanderweg genannt wurden, sondern auch Finanzierungsmöglichkeiten. Der Zug schien auf die Schiene gesetzt für den „Kristallisationskern für Wachstum“, wie es damals hieß. „Ein soziales wie ökonomisches Schlüsselprojekt für die Zukunft der Stadt“ sollte die Trasse werden – und ist es tatsächlich auch geworden.

Bis zur Fertigstellung der Trasse gab es einige Verzögerungen

Doch die Wuppertaler genauso wie die Wuppertal-Bewegung mussten Geduld haben. Erst am 19. Dezember 2014 konnte die Nordbahntrasse offiziell eröffnet werden. Immer wieder hatte es Verzögerungen gegeben.

2011 war der Geschäftsführer der Nordbahntrassen GmbH nach monatelangen Querelen wegen unterschiedlicher Auffassungen zum Ausbau zurückgetreten. Die Wuppertal-Bewegung hatte die Gesellschaft 2010 gegründet. Sie sollte, wie vertraglich mit der Stadt vereinbart, für Herstellung, Betrieb und Unterhaltung der Trasse verantwortlich sein. Außerdem sollte ursprünglich die Nordbahntrassen GmbH den ersten rund 2,6 Kilometer langen Bauabschnitt realisieren. Im Laufe der 2010 begonnen Arbeiten an den Wegen zeigte sich aber, dass doch Fachfirmen beauftragt werden mussten und die Kosten damit steigen würden. Im April 2011 übernahm die Stadt die Bauherrschaft über die Trasse.

Heute blickt die Wuppertal-Bewegung auf viel Arbeit und große Errungenschaften zurück. Zahlreiche Auszeichnungen für den Verein und das Projekt Nordbahntrasse belegen die Beliebtheit der Trasse. 32 Millionen Euro hat die Umsetzung der Idee gekostet, wobei die Wuppertal-Bewegung Sponsorenzusagen über 2,5 Millionen Euro eingeworben hatte. Der Rest kam vom Land NRW, vom Bund und der EU.

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Wuppertal-Bewegung würdigt nun die Stadtsparkasse die ehrenamtliche Arbeit der Wuppertal-Bewegung. Im Foyer der Hauptgeschäftsstelle sind Texte und Bilder zu der Umsetzung des Baus der Nordbahntrasse zu sehen. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von Christa Mrozek, die bei der Wuppertal-Bewegung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer