Diandra S. wird vorgeworfen, mehrfach Mülleimer angezündet und Polizisten verletzt zu haben.

Wuppertal. Regelmäßig haben 2014 in Oberbarmen nachts Papiercontainer und Mülleimer gebrannt. Und immer wieder haben Polizeibeamte in der Nähe Diandra S. getroffen. Vor dem Jugendschöffengericht wurde die 19-Jährige jetzt sowohl wegen Sachbeschädigung als auch gegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung angeklagt. Auch der Vater ihrer elf Monate alten Tochter, der 21-jährige Simon S., und der 21-jährige Alexey L. sollen teilweise beteiligt gewesen sein. Alle drei Angeklagten sind arbeitslos.

Die Polizisten entwerfen ein düsteres Bild der Angeklagten: Der Name sei polizeibekannt gewesen. Regelmäßig sei Diandra bereits in sehr jugendlichem Alter nachts volltrunken durch die Straßen gelaufen. Viele der aussagenden Polizeibeamte kannten sie schon von anderen Einsätzen. Unbeteiligt hört sich die Angeklagte an, wie sie als „trotzig“ und „aggressiv“ geschildert wird. Nur als die Polizisten von ihrer wechselnden bunten Haarfarbe sprechen, grinst sie kurz. Sie selbst äußert sich nicht zu den Vorwürfen.

Eskaliert ist die Situation dann in der Nacht des 24. März 2014: Auch da brannte wieder ein Papiercontainer, diesmal um 2 Uhr am Bahnhof Oberbarmen. Die herbeigerufenen Streifenpolizisten entdeckten Diandra S. mit ihren beiden Freunden an der Wichlinghauser Straße und beschlossen, sie direkt zu befragen. Die damals 17-Jährige leugnete die Tat. Trotzdem sollte sie mit zur Wache kommen und dafür routinemäßig auf Waffen untersucht werden. Eine extra angeforderte weibliche Polizistin sollte das übernehmen. Doch Diandra wehrte sich so stark, dass drei Einsatzkräfte sie nur mit Mühe niederringen konnten. „Sie schrie und kreischte so laut, dass Nachbarn die Fenster öffneten“, erzählt ein Streifenpolizist. Auch die herbeigerufene Mutter konnte ihre Tochter nicht beruhigen.

Während des Kampfes biss Diandra der Polizistin in den von einem Handschuh geschützten Daumen. Sogar als sie schon im Polizeiauto saß, wehrte sich die junge Frau noch kräftig. Bei den Kämpfen wurde auch sie selbst verletzt: Ein Ohrring riss aus, sie erlitt Schürfwunden und klagte über Schmerzen in der Nase nach einem sogenannten Irritationsschlag. Mit diesem hatte einer der Polizisten sie abgelenkt, um ihre Beine ins Polizeiauto bugsieren zu können. Das Verfahren wird am 24. Januar fortgesetzt.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer