WSV-Fan Thorsten Dohrs sieht die Anti-Runge- Initiative aber nicht in der Bringschuld.

Thorsten Dohrs verfolgt als Fan seit vielen Jahren kritisch die Entwicklung des Wuppertaler SV.
Thorsten Dohrs verfolgt als Fan seit vielen Jahren kritisch die Entwicklung des Wuppertaler SV.

Thorsten Dohrs verfolgt als Fan seit vielen Jahren kritisch die Entwicklung des Wuppertaler SV.

Uwe Schinkel

Thorsten Dohrs verfolgt als Fan seit vielen Jahren kritisch die Entwicklung des Wuppertaler SV.

Wuppertal. Als Torsten Dohrs zu Beginn der Woche in einem Fan-Forum im Internet den Rücktritt von Friedhelm Runge, Präsident des Fußball-Regionaligisten Wuppertaler SV, forderte, da ahnte er nicht, welche Reaktionen er damit auslösen würde, wie er am Freitag noch einmal im WZ-Gespräch versicherte. Innerhalb weniger Tage hatten sich mehr als 300 WSV-Anhänger namentlich seinem Aufruf angeschlossen. Runge hatte ebenfalls reagiert und von seinen Kritiker in der WZ die Besetzung eines neuen Vorstands und Verwaltungsrates sowie die Benennung finanzieller Strukturen gefordert.

Gibt Runge dem Drängen der Kritiker nach?

Am Freitag deutete sich auch noch eine weitere Reaktion des Präsidenten an. Am Abend tagten Vorstand und Verwaltungsrat in einer Sondersitzung. Ein offizielles Ergebnis war nicht zu erfahren. Es scheint aber nicht ausgeschlossen, dass Runge heute tatsächlich seinen Rücktritt verkünden wird. Dann wäre der Verwaltungsrat am Zug, der das operative Geschäft übernehmen und binnen sechs Wochen eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen müsste.

WSV-Finanzvorstand Lothar Stücker wünschte sich noch am Freitagnachmittag eine Versachlichung der Diskussion. „Wir wollen und wir müssen etwas verändern, um den WSV auch nach Friedhelm Runge eine Zukunft zu geben. Insofern sollte man auch seine Ankündigung ernst nehmen.“ Er habe versprochen, den Verein noch eine Weile zu unterstützen, in der es eine Neuausrichtung gebe. Positiv sei, dass es offenbar genug Leute gebe, die an der Zukunft des WSV interessiert seien. Das solle jetzt aber auch zu konstruktiven Gesprächen genutzt werden und nicht dazu, Nebenkriegsschauplätze aus der Vergangenheit aufzumachen. Stücker: „Diese Leute sind jetzt aber auch gefordert, konstruktiv mitzuwirken.“

Torsten Dohrs sagte allerdings im Gespräch mit der WZ, dass er sich nicht in der Bringschuld fühle. „Ich sehe mich persönlich nicht in der Position, auf die Forderungen von Herrn Runge einzugehen.“ Der fordere von seinen Kritikern Garantien, die er selbst nicht geben könne. Für Dohrs gebe es keine Alternative zum Rücktritt von Friedhelm Runge, denn es werde sich in der Stadt niemand mehr finden, der mit ihm zusammenarbeiten wolle. Die letzte Chance sei vor zwei Jahren vertan worden, als sich nach Runges Rücktrittsankündigung ein Vorstand formiert hatte, der WSV-Präsident aber dann doch wieder alleine das Ruder übernahm.

Sollte Runge nicht gleichzeitig die Altschulden übernehmen, gehe es nur über eine geordnete Insolvenz. „Da ist die 4. Liga zwar nicht garantiert, aber es wird auch keinen Absturz in die Kreisliga C geben“ so Dohrs.

Heiner Düssel, stellvertretender Verwaltungsratvorsitzender des WSV, lädt die führenden Köpfe der Fan-Szene zu einer Infoveranstaltung ein. Er schlägt als Termin den 18. Januar vor. Bis zu 20 Vertreter sollten es sein, mit denen er über die WSV-Zukunft diskutieren will. Koordinieren soll Frank Niederhoff (Verein „Ein Dach für die Nord“) das Treffen. „Die Leute können auch ohne Konzept kommen“, so Düssel.

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