Die Nachbarn des Mini-Kunstrasen-Platzes auf dem Rott wollen die Schließung der Anlage erwirken – zum zweiten Mal.

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Streitpunkt Rotter Bolzplatz: Damit auf dem ehemaligen Rollhockey-Feld unterhalb des Aschenplatzes fünf Stunden pro Tag gekickt werden darf, baute Viktoria Rott eine Schallschutzwand. Stadt, Bezirksvertretung und Bürgerverein halfen dem Verein mit 17.000 Euro. Jetzt wollen zwei Anwohner die Schließung der Kunstrasen-Anlage erwirken.

Streitpunkt Rotter Bolzplatz: Damit auf dem ehemaligen Rollhockey-Feld unterhalb des Aschenplatzes fünf Stunden pro Tag gekickt werden darf, baute Viktoria Rott eine Schallschutzwand. Stadt, Bezirksvertretung und Bürgerverein halfen dem Verein mit 17.000 Euro. Jetzt wollen zwei Anwohner die Schließung der Kunstrasen-Anlage erwirken.

Andreas Fischer

Streitpunkt Rotter Bolzplatz: Damit auf dem ehemaligen Rollhockey-Feld unterhalb des Aschenplatzes fünf Stunden pro Tag gekickt werden darf, baute Viktoria Rott eine Schallschutzwand. Stadt, Bezirksvertretung und Bürgerverein halfen dem Verein mit 17.000 Euro. Jetzt wollen zwei Anwohner die Schließung der Kunstrasen-Anlage erwirken.

Rott. Um den von Viktoria Rott betriebenen Mini-Kunstrasen-Platz unterhalb des Aschenplatzes am Schönebecker Busch gibt es einen neuen Rechtsstreit. Anwohner haben beim Verwaltungsgericht in Düsseldorf gegen die Stadt Wuppertal Klage erhoben. Ziel: die Beseitigung des Bolzplatzes. Begründung: zu viel Lärm beim Fußballspielen und unrechtmäßige Nutzung.

Seit Sommer 2008 fühlen sich die Nachbarn gestört

Der Streit um den Rotter Bolzplatz ist nicht neu. Seit der Eröffnung im Sommer 2008 fühlten sich dieselben Anwohner gestört und klagten. Das Verwaltungsgericht lud zum Ortstermin und riet den Nachbarn schließlich, ihre Klage gegen die Anlage zurückzuziehen. Der Grund: Der Verein versprach, einen Schallschutz zu errichten und unterwarf sich einer wesentlichen Bedingung: Mehr als fünf Stunden täglich darf auf dem Mini-Platz nicht gebolzt werden. Nach 20Uhr ist das Gelände gesperrt.

Der Rotter Bürgerverein und die Stadt halfen mit 17.000 Euro

Damit schien der Fall erledigt. Viktoria Rott setzte die Vorgaben in Eigenregie in die Tat um. Eine Schallschutz-Bretterwand wurde errichtet, das Gelände gegen unrechtmäßige Besucher gesichert. Die Stadt und die Bezirksvertretung Barmen halfen dem Verein mit 17.000 Euro. Außerdem bemühte man sich, die Wogen zu glätten. Auf einem Schild am Bolzplatz-Eingang steht im Namen des Oberbürgermeisters: "Bitte die Ruhezeiten einhalten! Nehmt Rücksicht auf die Nachbarn!"

Kläger halten die Holzwand für zu klein und durchlässig

Doch die Nachbarn greifen das Barmer Vorzeigeprojekt (siehe Kasten rechts) mit einer neuen 18-seitigen Klageschrift flächendeckend an. So sei unter anderem die Holzwand weder dick noch lang genug. Das Holz habe sich durch klimatische Einflüsse verzogen, sei dadurch lärmdurchlässig geworden. Das Geläuf sei ohne jede Schalldämmung auf den Asphalt verlegt worden, heißt es in der Klage. Auf dreieinhalb Seiten haben die Nachbarn zudem Protokoll geführt, wer aus ihrer Sicht unrechtmäßig auf dem Mini-Platz gekickt haben soll. Es handele sich vor allem um Erwachsene - und nicht wie vorgesehen um Kinder und Jugendliche.

Stadt und Verein haben auf die Klage noch nicht erwidert

Viktoria Rott verweist darauf, dass man das Sportamt regelmäßig über die Belegung der Anlage unterrichtet habe. Die Anlage sei seinerzeit ordnungsgemäß abgenommen worden, hieß es am Mittwoch seitens des Sportamts. Angesichts des schwebenden Verfahrens hält man sich ansonsten zurück. Ob es noch in diesem Jahr eine Entscheidung des Gerichts gibt, ist offen. Zunächst einmal haben die Stadt als Beklagte und Viktoria Rott Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Fakt ist: Vorerst darf die Anlage weiter benutzt werden.

Früher spielte die Rollhockey-Abteilung des TV Friesen auf dem Mini-Platz. Im Frühjahr 2008 startet Viktoria-Vorstandsmitglied Egon Dreibholz das "Kunstrasen-Projekt". Das Geläuf organisierte er aus Restbeständen der Elberfelder TG. Die AWG half beim Transport zum Rott. Der Belag wurde von Egon Dreibholz und Freiwilligen verlegt.

Von Januar bis Mai 2009 sperrte das Sportamt den Platz. Seit Errichtung der Schallschutz-Wand trainiert der Viktoria-Nachwuchs wieder. Viktoria Rott ist gehalten, das Gelände, zu dem auch eine Beachvolleyball-Anlage gehört, Jugendlichen, die nicht dem Verein angehören, unter Aufsicht zugänglich zu machen.

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