Wuppertal. Dass Autoknacker auf frischer Tat geschnappt werden, ist nicht total ungewöhnlich. Am Dienstag gab es jedoch einen besonderen Fall. Zwei Rentner, die zusammen auf 143 Jahre kommen, legten dem 39 Jahre alten Täter höchstpersönlich das Handwerk, und das nach einer Verfolgungsjagd quer durchs nördliche Briller Viertel.

Der Mini-Krimi nahm seinen Anfang um 12.30 Uhr. Da kehrte ein Wuppertaler Ehepaar von einem Besuch auf dem Friedhof an der Hochstraße zu seinem Mercedes zurück. Gerade rechtzeitig: Die Ehefrau (68) sah, dass eine Seitenscheibe zertrümmert worden war, wie sich ein Fremder ihre Handtasche gegriffen hatte und sich davon machen wollte. Sie aktivierte umgehend ihren Ehemann. Der 71-Jährige hat laut Polizei zwar bereits eine Herzoperation hinter sich. Dennoch machte er sich an die Verfolgung des Täters - zunächst zu Fuß.

Die Jagd ging hinunter zur Nüller Straße. Dort ließen die Kräfte des 71-Jährigen nach. Hilfe fand er bei einem Paketdienst-Fahrer (72). Der bot seinem Altersgenossen kurzerhand den Beifahrersitz an, und weiter ging die Jagd. Effekt: In der Funckstraße warf der offensichtlich entnervte Täter die Handtasche in einen Papiercontainer, wenig später die Geldbörse über einen Zaun auf ein Firmengelände. An der Einmündung Bayreuther Straße gelang es dem Verfolger-Duo den Dieb zu stoppen und in einem "mühsamen Gerangel" bis zum Eintreffen der mittlerweile alarmierten Polizei festzuhalten. Handtasche und Portmonee erhielt das Ehepaar zurück. Verletzt wurde niemand. Der 71-Jährige erlitt allerdings einen Schwächeanfall, wurde vor Ort von Sanitätern behandelt.

Der 39-Jährige wurde festgenommen. Weil er bereits einschlägig bekannt ist, soll am Mittwoch entschieden werden, ob er in U-Haft genommen wird. Die Ermittlungen dauern an.

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