Projektleiter begründet die Verzögerung mit geänderter Gesetzeslage.

Die Vorarbeiten für den Ausbau haben bereits begonnen.
Die Vorarbeiten für den Ausbau haben bereits begonnen.

Die Vorarbeiten für den Ausbau haben bereits begonnen.

Stefan Fries

Die Vorarbeiten für den Ausbau haben bereits begonnen.

Wuppertal. Deutlich länger als geplant wird der Ausbau der Regiobahn von Mettmann nach Wuppertal dauern. Ursprünglich sollten die ersten Züge zum Fahrplanwechsel im Dezember dieses Jahres auf die Strecke gehen. Doch der Zeitplan ist laut der Regiobahn GmbH nicht zu halten. „Realistisch ist ein Abschluss der Arbeiten voraussichtlich Ende 2018, wenn keine unerwarteten Probleme bei der Vergabe der noch zu vergebenden Bauvorhaben auf uns zukommen“, sagt Projektleiter Joachim Korn.

Er begründet die Verzögerung mit einer geänderten Gesetzeslage. „Dadurch waren neue Planungen und Gutachten notwendig“, berichtet Korn. Immerhin befinde sich das Planfeststellungsverfahren in der Endphase. Die Regiobahn GmbH rechnet mit einer offiziellen Baugenehmigung für den Streckenausbau in den nächsten drei Monaten.

Bis die ersten Gleise verlegt werden können, wird aber wahrscheinlich noch rund ein Jahr vergehen. Joachim Korn verweist auf den enormen Aufwand des Mammutprojekts mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro. Für die geplante Trassenführung der S 28 muss rund eine halbe Million Tonnen Material bewegt werden. Zuletzt gab es umfangreiche Rodungsarbeiten, die mittlerweile abgeschlossen sind.

Zu den Vorarbeiten gehört unter anderem eine Brückenkonstruktion in Mettmann, für die laut Regiobahn bereits die Fundamente gegossen wurden. Im Kreuzungsbereich an der mittlerweile abgerissenen Post in Dornap gab es weitere Aktivitäten. Auch hier soll eine neue Brücke entstehen. „Dafür laufen gerade Ausschachtungsarbeiten“, sagt Joachim Korn. Wegen des winterlichen Wetters hätten diese allerdings unterbrochen werden müssen.

Der Bereich in Dornap hat für das Projekt eine besondere Bedeutung, da dort die neue Trasse auf die Strecke der S 9 einschwenkt. Auf der DB-Strecke von Essen in Richtung Wuppertal (S 9) sollen in den kommenden Osterferien drei neue Weichen verlegt werden. Hintergrund ist die Fertigstellung des neuen Stellwerks der Deutschen Bahn in Wuppertal-Vohwinkel. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für den Regiobahn-Ausbau. „Die Deutsche Bahn ist gut im Zeitplan und wir gehen nicht davon aus, dass es Probleme für uns gibt“, sagt Joachim Korn.

Zusätzlich zu den baulichen Maßnahmen ist für die Regiobahn auch der Artenschutz ein wichtiges Thema. Durch die geplante Elektrifizierung der S 28-Trasse werden Leitungen und Masten für den Fahrstrom errichtet. Dabei muss etwa sichergestellt werden, dass sich die Uhus der angrenzenden Steinbrüche nicht auf die Isolatoren niederlassen können.

Die ersten Züge von Mettmann in Richtung Wuppertal-Vohwinkel und Gegenrichtung werden nach der Elektrifizierung der S 28 allerdings noch im Dieselbetrieb unterwegs sein müssen, weil die Elektrifizierungsarbeiten über die gesamte Regiobahnstrecke bis nach Kaarst noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden.

Die jüngste Verzögerung beim Ausbau ist für Sebastian Belz keine Überraschung. Er betreibt in Wuppertal ein Verkehrsplanungsbüro und verfolgt die Regiobahn-Entwicklung als sachkundiger Bürger. „Angesichts eines so großen Projekts war der Zeitplan schon optimistisch“, findet er. Grundsätzlich begrüßt Belz die Streckenverlängerung ausdrücklich. „Es entstehen viele neue Möglichkeiten und wir bekommen dadurch endlich eine attraktive Alternative zur bisherigen Busverbindung nach Mettmann“, erklärt der Experte.

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