Das Ordnungsamt hat 20 Betriebe, darunter auch Kneipen, kontrolliert und hatte viel zu bemängeln. Ein Restaurant musste sogar kurzfristig geschlossen werden.

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Trotz Rauchverbot wird in den meisten Kneipen in Wuppertal längst wieder gequalmt. Das Ordnungsamt hat nun bei einer Kontrolle bei 19 von 20 Kneipen Verstöße registriert und Bußgelder verhängt.

Trotz Rauchverbot wird in den meisten Kneipen in Wuppertal längst wieder gequalmt. Das Ordnungsamt hat nun bei einer Kontrolle bei 19 von 20 Kneipen Verstöße registriert und Bußgelder verhängt.

Andreas Fischer

Trotz Rauchverbot wird in den meisten Kneipen in Wuppertal längst wieder gequalmt. Das Ordnungsamt hat nun bei einer Kontrolle bei 19 von 20 Kneipen Verstöße registriert und Bußgelder verhängt.

Wuppertal. Hygienische Mängel und Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz - bei einer Kontrolle in 20 Restaurants und Kneipen in Elberfeld, Vohwinkel und Barmen hat das Ordnungsamt am Donnerstagabend eine Vielzahl an Bußgeldern verteilt und sogar eine Küche vorübergehend geschlossen.

Die meisten Bußgelder stellten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes wegen Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz aus. Es sei die erste so groß angelegte Razzia gewesen, erklärt eine Mitarbeiterin der Stadt. In 19 von 20 Kneipen sei hier unerlaubt geraucht worden, so das Ergebnis.

In sogenannten "Raucherclubs" haben sich keine Mitglieder, sondern hat sich ganz normale Laufkundschaft aufgehalten. "Es wurde am Eingang gar nicht nach der Mitgliedschaft gefragt", berichtet eine Mitarbeiterin der Stadt. Außer einer entsprechenden Beschilderung habe man die Gäste nicht über den Raucherclub informiert.

"Wenn wir einen Laden zumachen, dann muss es dort extrem ausgesehen haben."

Eine Mitarbeiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Offenbar in der Hoffnung nicht kontrolliert zu werden, wurde in vielen Kneipen, in denen seit dem 1. Juli vergangenen Jahres gar nicht mehr geraucht werden darf, munter gequalmt, teilte die Stadt mit. Gibt es in einer Gaststätte einen Extra-Raum für die Raucher, dann sei dies in vielen Fällen der falsche. "Der am meisten frequentierte Raum ist meist für die Raucher vorgesehen, die Nichtraucher werden in eine hintere Kammer gesetzt", so die Mitarbeiterin der Stadt. Dabei sollte es sich genau umgekehrt verhalten. Die Stadt kündigte gestern an, in nächster Zeit bei den "Schwarzen Schafen" erneut zu kontrollieren.

Acht Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren bis in die Nacht in zwei Teams quer durch die Stadt unterwegs. In den Küchen bot sich ihnen zum Teil ein erschreckendes Bild: verdreckte Fußböden, Mikrowellen, Friteusen, Pfannen und Teigknetmaschinen. In einem Restaurant in Elberfeld waren die Hygienmängel nach Auskunft der Stadt so gravierend, dass der Laden sofort geschlossen wurde. "Wenn wir einen Laden zumachen, dann muss es dort extrem aussehen", sagt eine Mitarbeiterin des Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes.

Das Rauchen ist in Gaststätten und Diskotheken seit 1. Juli 2008 nur noch in dafür abgetrennten Nebenräumen erlaubt. Wird trotzdem geraucht, drohen Gast und Wirt Bußgelder.

In sogenannten Raucherclubs unterschreibt der Gast, dass er als Mitglied mit dem gemeinschaftlichen Konsum von Tabak einverstanden ist. Deshalb darf dort geraucht werden. Allerdings: Eigentlich dürfen Speisen und Getränke nur in kleinerem Umfang ausgegeben werden.

Nachdem dort mit sieben Leuten intensiv geputzt wurde, konnte das Restaurant am Freitagmittag jedoch wieder öffnen. Vier weitere Gastrobetriebe hatten immerhin so schlimme Mängel, dass sich die Inhaber saftige Bußgelder eingefangen haben.

Erwischt wurden auch Mitarbeiter, die kein Gesundheitszeugnis besaßen sowie vier Schwarzarbeiter, die Leistungen von der Arge oder vom Sozialamt bezogen und ihre Tätigkeit nicht offengelegt hatten. Sie müssen nicht nur mit Rückforderungsansprüchen rechnen, sondern können sich auch auf ein Straf- bzw. Ordnungswidrigkeitsverfahren einstellen.

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