Vier Jahre und drei Monate Haft für Ex-Jugendtrainer (40) des Wuppertaler SV.

Justiz
Diese Handschellen wurden beim Überfall auf den Hornbach-Baumarkt auf Lichtscheid verwendet. Unter den Opfern war auch eine Frau, die bis heute unter Angstzuständen und Depressionen leidet.

Diese Handschellen wurden beim Überfall auf den Hornbach-Baumarkt auf Lichtscheid verwendet. Unter den Opfern war auch eine Frau, die bis heute unter Angstzuständen und Depressionen leidet.

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Diese Handschellen wurden beim Überfall auf den Hornbach-Baumarkt auf Lichtscheid verwendet. Unter den Opfern war auch eine Frau, die bis heute unter Angstzuständen und Depressionen leidet.

Wuppertal. Im Prozess um eine Serie von Raubüberfällen im vergangenen Jahr hat das Landgericht am Montag einen Ex-WSV-Jugendtrainer und Pizzeriabetreiber (40) aus Elberfeld zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Wie berichtet, hatte der Italiener im Prozess ein Geständnis abgelegt. Das habe ihn vor einem noch höheren Strafmaß bewahrt, stellte das Gericht gestern klar.

Laut Urteil hat der 40-Jährige beim Überfall auf eine Geldbotin der S.Oliver-Filiale in den City-Arkaden im Juli 2011 (Beute: 14 000 Euro, Anteil: 3600 Euro) Beihilfe geleistet. Bei den in kurzen Abständen folgenden Überfällen auf die Postfiliale an der Düsseldorfer Straße (Beute: 26 000 Euro, Anteil: 4000 Euro) und beim Überfall auf den Hornbach-Baumarkt (59 000 Euro, Anteil: 8000 Euro) sieht das Gericht den 40-Jährigen klar als Mittäter. Eine Entwicklung in kürzester Zeit, wie das Gericht konstatierte. Zuvor hatte sich der Familienvater stets straffrei geführt.

Auch das wurde ihm am Montag angerechnet. Angesichts des zwar heftigen aber kurzen kriminellen Zeitraums und des Geständnisses im Prozess habe der 40-Jährige gute Chancen, seine Strafe im offenen Vollzug zu verbüßen. Das wiederum eröffnet ihm die Möglichkeit, sich weiterhin um seine Pizzeria zu kümmern, sprich, Geld zu verdienen.

Schadensregulierung: Mieteinnahmen werden gepfändet

Das dürfte auch nötig sein. Denn im Zuge der sogenannten Rückgewinnungshilfe hat die Staatsanwaltschaft Hand auf das Vermögen des Italieners gelegt. Unter anderem fließen die Mieteinnahmen aus einer Immobilie, die dem 40-Jährigen gehört, zur Schadensregulierung direkt an die Staatskasse. Der Renault Kangoo, der beim Hornbach-Überfall zum Einsatz kam, wurde beschlagnahmt und bereits versteigert. Erlös: 1300 Euro. Um den Schaden wiedergutzumachen, hat der Pizzeria-Chef unter anderem Kontakt zu den Opfern aufgenommen, um Entschuldigung gebeten und in zwei Fällen bereits 1500 Euro Schadenersatz gezahlt.

Wie berichtet, befand sich der Italiener von Juni bis Oktober in U-Haft. In seiner Pizzeria hatte er versucht, eine Zeugin zu beeinflussen. Die vier Monate in U-Haft werden als verbüßt angesehen. Wie berichtet, ist der 40-Jährige gegen Kaution (15 000 Euro) weiter auf freiem Fuß. An den Überfällen direkt vor Ort war der Italiener zwar nicht beteiligt. Das Gericht verwies gestern aber erneut auf die gravierenden Spätfolgen für die Opfer – Depressionen, Angst, Schlaflosigkeit. Das müsse sich der 40-Jährige auch anrechnen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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