Agenturen, die Newcomer auf Tour schicken, nutzen den Begriff teilweise so inflationär, dass jedes zweite Gastspiel so bezeichnet wird: Wer sich in der Szene noch keinen Namen gemacht hat, wird als "Geheimtipp" angekündigt. Die echten Geheimtipps findet man aber viel öfter vor der eigenen Haustür - in der Musikhochschule, im Container vor dem Opernhaus oder in Galerien, in denen Nachwuchstalente eine Chance bekommen. Dort beginnt im kleinen Rahmen, was im besten Fall in einer großen Karriere endet. Natürlich kann man internationale Gaststars, die in der Stadthalle oder im Rex-Theater auftreten, nicht mit Studenten oder Jungschauspielern vergleichen. Doch wer nicht allein auf die etablierte Kunst setzt, sondern gleichzeitig offen für Neues ist, darf mit Freude feststellen, dass Kulturgenuss in Wuppertal nicht viel kosten muss.

Wer sich darauf einlässt, wird mitunter überrascht: Was viel beworben wird und schon im Vorverkauf teuer ist, muss nicht immer preisverdächtig sein. Andererseits muss eine Veranstaltung, die kostenlos ist, am Ende noch lange nicht umsonst gewesen sein. Qualität ist (k)eine Preisfrage - und das Angebot an Kunst, Klassik und Komik zum Glück so reichhaltig, dass sich nicht nur Sparfüchse die Hände reiben und mit wachen Augen vergleichen sollten.

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