In Vohwinkel wird der Prozess gegen die früheren Betreiber des Bordells an der Spitzwegstraße mit großem Interesse verfolgt.

2009 kam es zu einer Razzia im Vohwinkeler Bordell.
2009 kam es zu einer Razzia im Vohwinkeler Bordell.

2009 kam es zu einer Razzia im Vohwinkeler Bordell.

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2009 kam es zu einer Razzia im Vohwinkeler Bordell.

Wuppertal. Was hat Vohwinkel mit Stuttgart zu tun. Seit heute Vormittag eine ganze Menge. Im Stuttgarter Landgericht begann der Prozess gegen die ehemaligen Betreiber der "Pussy-Clubs". Die Bordelle waren vor allem durch ihre Flatrate-Angebote in die Schlagzeilen geraten. Da hatten Fahnder aus Baden-Württemberg längst ein Auge auf das Geschäftsgebahren der Betreiber geworfen, die auch an der Spitzwegstraße in Vohwinkel ein Haus betrieben.

Im Juli 2009 dann die bundesweite Razzia, samt Festnahme und Verhaftung der Bordell-Chefs. Die mussten heute auf der Anklagebank Platz nehmen. Der Vorwurf: Hinterziehung von Sozialbeiträgen in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Auch die Ex-Chefin des Pussy- Clubs saß am Mittwoch vor Gericht. Und wenig überraschend machte die 29-Jährige ebenso wie ihre Mitangeklagten von ihrem umfassenden Schweigerecht Gebrauch. Auch zu ihren persönlichen Verhältnissen machte die Frau - sie befindet sich noch immer in U-Haft - keine Angaben.

Das Etablissement an der Spitzwegstraße ist geschlossen

Fakt ist: Der Vohwinkeler Club ist nach wie vor geschlossen. "Aber es tauchen immer noch regelmäßig Leute auf, die zum Eingang kommen, um dann festzustellen, dass geschlossen ist", sagt Stephanie Natho von der Bürgerinitiative Spitzwegstraße. "Jeden Tag fünf, sechs Personen, Kunden des Pussy-Clubs." Das könnte aber auch daran liegen, dass der Vohwinkeler Club immer noch im Internet auftaucht, mutmaßt die Vohwinkelerin. In der Nachbarschaft wird die Berichterstattung zum Prozessauftakt mit großem Interesse verfolgt.

"Doch wir sind sehr skeptisch", sagt Stephanie Natho. Mal habe es eine Zeitlang Ruhe gegeben, dann sei wieder ein neues Bordell geöffnet worden. "Wir haben nun schon zu oft schlechte Erfahrungen gemacht." Am liebsten wäre es den Anwohnern, so Natho, wenn für die Wohnstraßen ein generelles Verbot der Prostitution erlassen würde - "oder die Betriebsgenehmigung entzogen würde".

"Wir sind sehr skeptisch."

Stephanie Natho aus Vohwinkel über den Prozess in Stuttgart

Doch über die Einrichtung eines Sperrbezirks in Vohwinkel ist noch nicht entschieden. Und im Prozess in Stuttgart geht es nicht um die Standortfrage in Wuppertal, sondern um Steuerhinterziehung im großen Stil. Und so liegt der Fall "Sperrbezirk Spitzwegstraße" immer noch bei der Bezirksregierung Düsseldorf.

Und der Prozess in Stuttgart wird fortgesetzt.

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