Vor drei Jahren waren Rechte und Linke aneinandergeraten.

Wuppertal. Weil sie Mitte Mai 2011 in der Schwebebahnstation Hammerstein zwei Neonazis angegriffen haben sollen, müssen sich am Montag sechs Männer und eine Frau – sie werden der linken Szene zugerechnet – vor dem Jugendschöffengericht verantworten. Vorwurf: gemeinschaftliche Körperverletzung.

Laut Anklage sollen die Angreifer an jenem Nachmittag die beiden Neonazis in der Station regelrecht „eingekesselt“ haben. Einer der Männer habe unter einer eingefahrenen Schwebebahn Schutz gesucht. Für den Prozess ist bislang ein Verhandlungstag vorgesehen.

Bezeichnend für die Radikalen-Szene: Einer der Angeklagten ist mittlerweile ins rechte Lager gewechselt und trat im September 2013 bei der Neonazi-Kundgebung in Barmen in Erscheinung.

Der Schwebebahn-Fall datiert aus der Zeit, in der es in Vohwinkel vor allem entlang der Kaiserstraße und am Bahnhof Probleme mit Neonazis gab. Höhepunkt war der Prügelangriff auf dem Flohmarkt im September 2011. Dessen strafrechtliche Aufarbeitung steht immer noch aus.

In jüngster Zeit gab es laut Staatsschutz keine Zusammenstöße zwischen den radikalen Gruppen. Man habe die Neonazi-Szene weiterhin im Visier – in ganz Wuppertal. Vohwinkels Bezirksbürgermeister Heiner Fragemann hält das für richtig: „Diese Probleme darf man nicht klein reden. Gut, dass jeder Fall juristisch aufgearbeitet wird.“ spa

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