Vor zwei Jahren soll ein Tierpfleger (55) drei Tiere geschlagen und getreten haben.

Laut Anklage Opfer: Tapirbulle "Moli" - hier kurz nach seiner Geburt im Jahr 2006 - und dessen Mutter und Vater sollen 2007 von einem Tierpfleger geschlagen worden sein.
Laut Anklage Opfer: Tapirbulle "Moli" - hier kurz nach seiner Geburt im Jahr 2006 - und dessen Mutter und Vater sollen 2007 von einem Tierpfleger geschlagen worden sein.

Laut Anklage Opfer: Tapirbulle "Moli" - hier kurz nach seiner Geburt im Jahr 2006 - und dessen Mutter und Vater sollen 2007 von einem Tierpfleger geschlagen worden sein.

Andreas Fischer

Laut Anklage Opfer: Tapirbulle "Moli" - hier kurz nach seiner Geburt im Jahr 2006 - und dessen Mutter und Vater sollen 2007 von einem Tierpfleger geschlagen worden sein.

Wuppertal. Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft hat gegen einen 55 Jahre alten Tierpfleger des Wuppertaler Zoos Anklage erhoben. Der Vorwurf: Im Herbst 2007 soll der Wuppertaler drei Tapire geschlagen und getreten haben. Die Anklage listet fünf Taten auf. So soll der Tapir-Bulle "Tonka" dreimal mit einem Rohrstock geschlagen worden sein. Sohn "Moli" wurde demnach mit einem Schlüsselbund ins Auge geschlagen. Und Tapir-Mutter "Tanya" erhielt Tritte in den Bauch - laut Anklage hatte der Tierpfleger dabei stahlkappenbewehrte Schuhe an.

Wie berichtet, sollen mehrere Zeugen gegenüber der Kripo zu Protokoll gegeben haben, dass es im Tapir-Haus zu Übergriffen gekommen ist. Die Stadt selbst hatte die Vorwürfe intern untersucht. Ein Tier sei bissig gewesen, habe ein anderes Tier totgebissen. Die Vorwürfe schienen damit entkräftet zu sein. Die Staatsanwaltschaft sah es anders und ermittelte weiter. Ergebnis: Laut Anklage gab es die Schläge nicht, weil der jetzt angeklagte Tierpfleger zwei rivalisierende Tiere trennen musste. Die Staatsanwaltschaft stützt sich unter anderem auf Tagebucheintragungen, die die jeweiligen Taten belegen sollen. Zudem sollen Filmaufnahmen einer Zoo-Besucherin die Schläge dokumentieren.

Laut Verwaltung ist der angeklagte Tierpfleger in ein anderes Revier versetzt worden, arbeitet jetzt im Team. Zu den Vorwürfen soll der Mann sich bislang nicht geäußert haben. Über die Zulassung der Anklage hat das Amtsgericht noch nicht entschieden.
Dass die Anzeigen im Tapir-Fall vergleichsweise spät erstattet wurden, hängt mit dem Fessel-Skandal im Afrika-Revier zusammen. Im Sommer 2008 berichtete der städtische Personaldezernent Johannes Slawig persönlich von sexistischer Anmache und Nötigung von Praktikantinnen und Azubis im Zoo. Die Stadt sprach Kündigung gegen die unter Verdacht geratenen langjährigen Tierpfleger aus. Die beiden Männer müssen sich noch dieses Jahr vor Gericht verantworten.

Fakt ist: Der Skandal im Afrika-Revier löste eine Lawine von Vorwürfen über die Personalführung im Zoo aus. Und dabei sollen eben auch mehrere Auszubildende über angebliche Tapir-Quälereien im Zoo ausgesagt haben. 

Die Anklage im Tapir-Fall bezieht sich auf § 17, 2 des Tierschutzgesetzes (TierSchG). Dort heißt es: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer einem Wirbeltier aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt."

Wie berichtet, ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen die Zoo-Leitung. Grundlage ist eine anonyme Anzeige, in der von schwarzen Kassen und Spendenbetrug im Zoo die Rede sein soll. Die Antikorruptionsstelle der Stadt hatte der Kripo enge Kooperation zugesagt. Ob die Vorwürfe zutreffen, ist laut Staatsanwaltschaft noch offen.

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