Dass die Wuppertaler das drohende Sparpaket nicht widerstandslos hinnehmen, ist völlig in Ordnung und spricht für das Selbstbewusstsein in der Stadt. Der Protest sollte aber bitte professionell und kompetent geführt werden. Das, was die Demonstranten da auf der Opernhaus-Bühne geboten hatten, war nämlich genau das Gegenteil. Viel Show, aber nichts dahinter.

In den Forderungen wurden Projekte wild durcheinandergeworfen und Äpfel mit Birnen verglichen. Öffentliche Gelder lassen sich nicht beliebig hin und her verschieben. Das Geld für den Döppersberg kann nicht ohne weiteres in eine neue Gesamtschule oder die soziale Infrastruktur investiert werden. Wer so argumentiert, empfiehlt sich leider nicht als Diskussionspartner.

Verheerender ist noch die Logik, die dahinter steckt, dieses Entweder-oder. Es kann nicht darum gehen, auf den Döppersberg-Umbau zugunsten der sozialen Infrastruktur zu verzichten. Sparen ja, aber Wuppertal braucht sowohl ein neues Eingangstor zur Stadt als auch ein leistungsfähiges soziales Netz und ein Schauspiel. Wer diese Grundpfeiler der Lebensqualität und Konkurrenzfähigkeit gegeneinander ausspielt, leistet dem Widerstand gegen das Totsparen einen Bärendienst.

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