Demonstration: Rund 500 Schüler gingen am Dienstag nicht zur Schule, sondern auf die Straße. Studenten unterstützten den Streik.

Rund 500 Schüler protestierten am Dienstag in der Elberfelder Innenstadt für bessere Bildung.
Rund 500 Schüler protestierten am Dienstag in der Elberfelder Innenstadt für bessere Bildung.

Rund 500 Schüler protestierten am Dienstag in der Elberfelder Innenstadt für bessere Bildung.

Andreas Fischer

Rund 500 Schüler protestierten am Dienstag in der Elberfelder Innenstadt für bessere Bildung.

Wuppertal. Das Wetter senkt die Teilnehmerzahl, den Enthusiasmus trübt es nicht. Rund 500 Schüler versammelten sich am Dienstag auf dem Karlsplatz, um für bessere Bedingungen an den Schulen zu demonstrieren. Die Klassenzimmer blieben in dieser Zeit teilweise leer. Die Liste der Forderungen ist lang. Es geht um mehr Mitbestimmung und mehr Geld. "Kostenlose Bildung für alle", steht auf den Plakaten. "Mehr Geld für Bildung statt für Banken", skandieren die Schüler lautstark auf ihrem Demonstrationszug durch die Elberfelder Innenstadt.

"Die Null-Bock-Generation gibt es nicht mehr"

Chris Wandel, Berufskolleg Elberfeld

Chris Wandel besucht das Berufskolleg in Elberfeld, er hat den Streik mitorganisiert. "Es kann nicht sein", sagt der 21-Jährige, "dass wir von 212 Euro Bafög im Monat leben sollen." Der Stundenplan an der Berufsschule sei dicht, Zeit nebenher zu arbeiten, bleibe kaum. Ohne Eltern, die für die Ausbildung aufkommen, sei das kaum zu schaffen. Das sähen auch die Lehrer so. "Sie haben uns dazu ermuntert, für bessere Bildung zu streiken." Dass so viele Schüler sich an der Demonstration beteiligten, zeige, wie wichtig das Thema sei. "Die Null-Bock-Generation gibt es nicht mehr", sagt er. "Wir machen uns längst nicht mehr nur Gedanken um die nächste Party."

Es sind die Sorgen vor der Zukunft, die aus den Schülern Streikende machen, schätzt Ilja Oschurko. Der 16-Jährige besucht die Else-Lasker-Schüler-Schule und möchte bald studieren. Wie er das Studium finanzieren wird, weiß er noch nicht.

"Ich werde das schaffen. Aber andere haben nicht so gute Voraussetzungen." Die Lehrmittel an den Schulen seien veraltet, die Klassen würden größer, die Lehrer weniger. Leistungsschwächere Schüler hätten kaum eine Chance. "Jugendliche mit Migrationshintergrund haben es besonders schwer", sagt er. Das sieht Christian Schrichten ebenso: "Wenn wir jetzt nicht dran bleiben und uns einsetzen, ändert sich nie etwas."

Studenten der Bergischen Universität unterstützen den Streik

Unterstützung bekamen die Schüler von Studenten der Bergischen Universität. Dort blieben die Hörsäle bereits am Montag leer. "Bildung ist ein Thema, das alle angeht", sagt Studentin Lina Lintschel. Die 23-Jährige will später Lehrerin werden. "Also geht es auch um meine Zukunft."

Nicht nur in Wuppertal streikten am Dienstag die Schüler. Protestiert wurde bundesweit.

Die Schüler demonstrierten für mehr Mitbestimmung in den Schulgremien (Schüler sollen die Hälfte der Stimmberechtigten stellen), mehr Lehrer und kleinere Klassen, mehr Schulbusse sowie eine Abschaffung der Kopfnoten, mit denen Lehrer unter anderem das Sozialverhalten der Schüler bewerten. Zudem forderten die Schüler, den Eigenanteil für Bücher abzuschaffen sowie Bafög-Kürzungen rückgängig zu machen. Kritisiert wird auch das mehrgliedrige Schulsystem.

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