Ein Familiencoach unterstützt bei Erziehung, Gesundheit und Arbeit.

Seit neun Monaten beschäftigen sich Jugendamt und Jobcenter mit dem Projekt. Donnerstag wurde es in der Alten Feuerwache vorgestellt.
Seit neun Monaten beschäftigen sich Jugendamt und Jobcenter mit dem Projekt. Donnerstag wurde es in der Alten Feuerwache vorgestellt.

Seit neun Monaten beschäftigen sich Jugendamt und Jobcenter mit dem Projekt. Donnerstag wurde es in der Alten Feuerwache vorgestellt.

A. Schwartz

Seit neun Monaten beschäftigen sich Jugendamt und Jobcenter mit dem Projekt. Donnerstag wurde es in der Alten Feuerwache vorgestellt.

Wuppertal. Anfang April wird in Wichlinghausen-Süd das Modellprojekt „75 Familien Plus“ starten. Ausgewählte Familien, die im Alltag besondere Herausforderungen in Erziehung, Gesundheit, Zugang zu Bildung und Arbeitswelt erleben, sollen dort unterstützt werden, dass sie ihr Leben eigenverantwortlich führen können. Ein Familien-Coach unterstützt sie dabei und wird sie über Jahre begleiten.

„Hier leben viele Familien, die es schwer haben. Zum Teil sind sie in der zweiten oder dritten Generation arbeitslos und viele haben nicht gelernt, erwachsen zu werden“, schilderte Dieter Verst Donnerstagnachmittag im Wiki-Stadtteilzentrum zunächst die besondere Situation in Wichlinghausen. Immer wieder aber habe er von seinen Mitarbeitern gehört, dass da „noch etwas gehen könnte“, wenn die Familien begleitet würden.

Erzieher, Lehrer oder Ärzte können Familien vermitteln

So soll jetzt nicht der Einzelne, sondern die Familie in den Blick genommen werden. „Wenn ein Kind zum Beispiel nicht regelmäßig in die Schule geht, dann wollen wir gucken, was dahinter steckt. Ob es dafür Ursachen in der Familie gibt.“ Das setze eine enge Beziehung zwischen dem Coach und der Familie voraus.

Wie das Ziel in die Praxis umgesetzt werden soll, das schilderten Elke Stapff vom Jugendamt und Sandra Arnhold vom Jobcenter, die bei diesem Projekt eng kooperieren und neue Wege gehen werden. Sie haben sich den Stadtteil angesehen, um zu erfahren, wie die Menschen dort leben. „Seit neun Monaten beschäftigen wir uns mit diesem Projekt, heute ist der Flyer fertig geworden“, sagt Sandra Arnhold.

Familien könnten beispielsweise von Erziehern, Lehrern, Ärzten angesprochen werden, um sie für die (freiwillige) Teilnahme zu gewinnen. „Acht Familien sind uns schon genannt worden, 75 sollen es in diesem Jahr noch werden.“

Die entsprechenden Fachkräfte werden jetzt gesucht. Arnhold und Stapff wollen zwei Verwaltungsangestellte, zwei aus dem Sozialdienst und zwei Hebammen oder Kinderkrankenschwestern einstellen. Auch Büroräume fehlen noch. Hier stellen sich die beiden zwei gegenüberliegende Wohnungen in einem Haus in Wichlinghausen vor. Das Projekt kann mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) realisiert werden und läuft zunächst bis Ende 2018.

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