BMBF-Forschungsprojekt verbindet fachdidaktische und sonderpädagogische Perspektiven miteinander.

„Wenn in Deutschland über Inklusion an Schulen gesprochen wird, steht meist die sonderpädagogische Perspektive im Fokus“, urteilt Dr. Carolin Frank, Professorin für Didaktik der Technik an der Bergischen Universität. „In Vergessenheit gerät oft, dass auch inklusiver Unterricht in Abhängigkeit der jeweiligen Fächerkultur auszugestalten ist.“

Das möchte die Wissenschaftlerin zusammen mit Kolleginnen und Kollegen der TU Dresden und des Fraunhofer Zentrums für Internationales Management und Wissensökonomie ändern.

Das gemeinsame Forschungsprojekt unter Leitung der TU trägt den Titel „Schule inklusiv gestalten – Entwicklung fachdidaktischer Konzepte und organisatorischer Strukturen einer inklusiven Schule“ (kurz: SING) – und wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Die Zielsetzung lautet: Entwicklung eines fachdidaktischen Instrumentes zur Erfassung der individuellen Lernstände und Ausgangsbedingungen sowie, hierauf aufbauend, zur Gestaltung inklusiver fachspezifischer Lernprozesse. „Wenn bekannt ist, welches Wissen und welche Kompetenzen bereits vorhanden sind, können Lehrende spezifische Lernwege für jede Schülerin bzw. jeden Schüler entwickeln und anbieten“, erklärt Prof. Dr. Frank: „Dadurch ist eine wirksamere Unterstützung bei der jeweiligen Entwicklung möglich.“

Ergebnisse sollen in eine Lernplattform münden

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen letztlich in eine exemplarische, responsive Lernplattform münden. Die Untersuchung, Entwicklung und Erprobung der entsprechenden Lehr-Lern-Settings liegt in den Händen von Lehramtsstudierenden, die von Expertenteams aus Fachdidaktik und Sonderpädagogik betreut werden. Das Projekt wird in Kooperation mit verschiedenen Berufskollegs durchgeführt, darunter auch das Technische Berufskolleg in Solingen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer