Auf dem Weg zur Fahrradstadt hat Wuppertal noch einiges an Arbeit vor sich – finden Radfahrer und Politiker.

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Am Radweg-Ende sollen Radler am Rutenbecker Weg absteigen.

Am Radweg-Ende sollen Radler am Rutenbecker Weg absteigen.

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Am Radweg-Ende sollen Radler am Rutenbecker Weg absteigen.

Wuppertal. Langfristig will Wuppertal Fahrradstadt werden. Mit der Fertigstellung der Nordbahntrasse ist dieses Ziel ein gutes Stück näher gerückt. Auch der Ausbau des Radwegenetzes und die Freigabe von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer sollen dafür sorgen, dass es zum Auto eine echte Alternative gibt. Doch längst noch nicht überall im Stadtgebiet ist die Situation für Zweiräder ideal. Am Rutenbecker Weg in Sonnborn hat die Verkehrsführung neben dem neu gebauten Aldi deutliche Kritik ausgelöst. Vorletzte Woche wurden Schilder für den dortigen Radweg aufgestellt, die eine Orientierung eigentlich erleichtern sollen. Doch die Strecke hat nach wie vor ihre Tücken. Dazu gehört, dass der Radweg in Gegenrichtung zur Einbahnstraße verläuft, aber kurz vor der Sonnborner Straße endet. Nach Auffassung der Stadt müssen Radfahrer hier absteigen und ihr Rad bis zur Straße schieben. In der Praxis passiert das allerdings selten und die meisten Radler fahren bis zur Sonnborner Straße durch. Hier besteht nach Meinung der Nutzer eine erhöhte Unfallgefahr, da Autofahrer nicht mit Gegenverkehr aus der Einbahnstraße rechnen. Darauf weist auch der ADFC hin (siehe Interview unten). Der Stadt ist bewusst, dass die Situation nicht optimal ist. Daher ist jetzt eine Testphase von einigen Monaten geplant. Dabei soll der Verkehrsfluss des neuen Aldi geprüft werden. „Mitte des Jahres wird es einen neuen Ortstermin mit den städtischen Verkehrsfachleuten und der Polizei geben“, erklärt Verwaltungssprecher Markus Bien. Anschließend ist ein Vorschlag für die Bezirksvertretung Elberfeld West vorgesehen. Nach Ansicht von Radfahrer Ulrich Schmidt ist das viel zu spät. „Es gibt hier ein akutes Gefährdungspotential“, lautet seine Meinung. Zudem sei die Situation rechtlich nicht eindeutig. „Wenn Radfahrer tatsächlich absteigen sollen, muss die Stadt das mit einem zusätzlichen Schild verdeutlichen“, findet Schmidt.

Hindrichs: Verlängerung der Sambatrasse ist eine tolle Idee

Für ihn ist der Rutenbecker Weg nur ein Beispiel, bei dem eine Optimierung für den Radverkehr in Wuppertal dringend notwendig wäre. Er setzt sich unter anderem dafür ein, dass bestimmte Busspuren von Radfahrern genutzt werden dürfen. Auch der Vorsitzende des Sonnborner Bürgervereins, Udo Hindrichs, sieht beim Thema Zweirad noch viel Luft nach oben. „Die Radwegverlängerung der Sambatrasse in Richtung Elberfeld ist etwa eine tolle Idee“, erklärt Hindrichs. Er plädiert generell für mehr Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer. „Das ist gerade am Rutenbecker Weg äußerst wichtig“.

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