60's-Band spielt mit dem Sinfonieorchester und der Kantorei Barmen-Gemarke.

Musik
Cool: Nach der offiziellen Show gab es noch die ebenfalls umjubelten Auftritt beim After-Show-Meeting.

Cool: Nach der offiziellen Show gab es noch die ebenfalls umjubelten Auftritt beim After-Show-Meeting.

Cool: Nach der offiziellen Show gab es noch den ebenfalls umjubelten Auftritt beim After-Show-Meeting.

Der Künstler und Wahlwuppertaler Tony Cragg (links) kündigte den Auftritt seiner Landleute an. Procol Harum begeisterte in der Stadthalle – und wurde vom Sinfonieorchester und der Kantorei Barmen-Gemarke begleitet.

Andre Scollick, Bild 1 von 3

Cool: Nach der offiziellen Show gab es noch die ebenfalls umjubelten Auftritt beim After-Show-Meeting.

Wuppertal. Unter der altehrwürdigen Decke der Stadthalle klirrten am Freitagabend die Gitarrensaiten, rhythmisch fluteten dazu psychedelische Wabermuster über die Wände und Lichtblitze des Stroboskops über die Musiker auf der Bühne. Im Mittelpunkt stand eine Gruppe älterer Herren, die als Procol Harum mit exakt einem Lied ihren Beitrag zur Musikgeschichte geschrieben hatten.

„Welch ein Hochgenuss, ein Abend der Superlative in der Stadthalle. Dank den Organisatoren um Michael Ackermann.“

Günter Klenke aus Elberfeld in einem Brief an die WZ-Redaktion

Bei ihrem einzigen Deutschlandauftritt wurden sie jetzt vom Wuppertaler Sinfonieorchester sowie der Kantorei Barmen-Gemarke begleitet. Und die Fans waren vollkommen außer Rand und Band vor Glück. Tony Cragg, berühmter Bildhauer und selbst Mitveranstalter klangvoller Konzertreihen in seinem Skulpturenpark, hatte es übernommen, seine britischen Landsleute anzumoderieren. Dabei war das streng genommen vollkommen unnötig, denn im bis zum letzten Klappstuhl auf der Empore ausverkauften Haus saßen offensichtlich ausschließlich Anbeter dieser Band, die selbstverständlich alles über ihre Stars wissen.

Geheimnisvolle Balladen und eine Prise Tanztheater

Sie fieberten nicht allein einem der berühmtesten Knutschsongs, dem berühmten „A whiter shade of pale“, entgegen. Sie sangen bei jedem Lied mit. Und das kann nur jemand, der wirklich Liebhaber der maßgeblich von Frontmann Gary Brooker komponierten orchestralen Musik ist. Denn den fulminanten Erfolg ihrer Hit-Single „Whiter shade ...“, – übrigens unter anderem auch schon einmal von Annie Lennox eingespielt und in einer rockigen Version von Helge Schneider interpretiert – konnten die Engländer nie wiederholen (Kasten oben). Unter dem präzisen und ausdrucksstarken Dirigat David Firmans gab das Sinfonieorchester Wuppertal zusammen mit der Kantorei Barmen-Gemarke einen imposanten, austarierten Klangrahmen, vor dem Gary Brooker seine oft geheimnisvollen Balladen und Hymnen anspielte.

Manche handelten vom satten Leben als situierte Stars, die in dicken Limousinen zu erstklassigen Sternehotels gebracht werden, manche besangen die unverbrüchliche Liebe, andere handelten von dem, was die Büchse der Pandora sprichwörtlich an Überraschungen und Herausforderungen im Leben bereit hält.

Bei allen waren am Klavier Gary Brooker zu hören und Geoff Whitehorn, der Gitarrist, der in traditioneller Rock-Manier laut flirrende Soli spielte, bei denen er jedem Ton nachlauschte. Und zu „Simple Sister“ gab es noch eine Prise Tanztheater. Teilweise sehr blond perückt traten Jo Ann Endicott, Bénédicte Billiet, Alexandros Sarakasidis und Safet Mistele. „Es ist großartig“, „ist das nicht klasse?“ – in diesem Stile raunten sich Zuhörer Beifallsbekundungen großer Freude zu. Hartnäckigste Fans hätten bei Konzertende am liebsten gleich noch mal von vorne angefangen, aber da gab es dann ja noch das After-Show-Meeting.

1967 gegründet kam die Gruppe in wechselnden Besetzungen immer wieder zur Aufnahme zusammen, löste sich auf, trat in den 1990ern als fast vergessene Band noch einmal auf, ehe man wieder eigene Wege ging. Dass Procol Harum, allein der Name gibt bis heute Rätsel auf, nun in Wuppertal auftraten, war dem Engagement des eingefleischten Fans Michael Ackermanns zu verdanken.
 

 

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