Warum die Bezirksvertretung diskutieren, aber nichts entscheiden durfte.

Horst Tappert wurde am 26. Mai 1923 in Elberfeld geboren. Als TV-Kommissar Derrick wurde er berühmt. Der Schauspieler starb am 13. Dezember des vergangenen Jahres.
Horst Tappert wurde am 26. Mai 1923 in Elberfeld geboren. Als TV-Kommissar Derrick wurde er berühmt. Der Schauspieler starb am 13. Dezember des vergangenen Jahres.

Horst Tappert wurde am 26. Mai 1923 in Elberfeld geboren. Als TV-Kommissar Derrick wurde er berühmt. Der Schauspieler starb am 13. Dezember des vergangenen Jahres.

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Horst Tappert wurde am 26. Mai 1923 in Elberfeld geboren. Als TV-Kommissar Derrick wurde er berühmt. Der Schauspieler starb am 13. Dezember des vergangenen Jahres.

Wuppertal. Die Drucksache der Stadtverwaltung enthält einen ungewöhnlichen Hinweis: "Dies wurde auch schon in der Sitzung der Bezirksvertretung Elberfeld am 14. Januar 2009 einstimmig zum Ausdruck gebracht", heißt es in dem Papier zur Sitzung besagter Bezirksvertretung (BV) Elberfeld.

Das klingt ganz so, als sei bereits die Entscheidung gefallen, den bislang namenlosen Platz vor dem Schauspielhaus nach dem im Dezember 2008 verstorbenen Wuppertaler Horst Tappert zu benennen. Ganz so fix geht’s dann doch nicht.

Tatsächlich war die BV Elberfeld in ihrer Januar-Sitzung von dem Vorschlag einer Platzbenennung nach Horst Tappert überrascht worden. Matthias Nocke (CDU) hatte als Stellvertreter von Peter Jung die entsprechende Anregung des Oberbürgermeisters überbracht, ohne dass dieser Punkt auf der Tagesordnung gestanden hätte.

Obwohl üblicherweise eine Fünf-Jahres-Frist verstreicht, bis ein Verstorbener solche Ehrung erfährt, äußerte die BV keine Bedenken, wollte einen entsprechenden Entschluss aber erst in der Februar-Sitzung fassen. Am Mittwoch nun eröffnete Bezirksvertreter Thomas Kring (SPD) die Runde mit dem Antrag, den Diskussionspunkt von der Tagesordnung zu nehmen.

Seine Partei wolle vermeiden, dass Menschen in eine öffentliche Diskussion gezogen würden, wie es derzeit mit Horst Tappert geschehe. Die Verwaltung solle vielmehr eine verhandlungsfähige Vorlage erstellen, damit sich die BV beraten könne.

Tatsächlich umfasst die vorhandene Druckvorlage außer der eher suggestiven Feststellung, die BV sei ja schon positiv gestimmt, nur knappe Angaben. Danach soll das Schild "Horst-Tappert-Platz" angebracht und mit dem Zusatz versehen werden: "Horst Tappert (1923—2008), deutscher Theater- und Filmschauspieler".

Krings Antrag auf Vertagung wurde abgelehnt. Kurios: Die BV hatte bereits vom Rechtsamt erfahren, dass sie gar nicht entscheidungsberechtigt ist, nur eine Empfehlung zur Standortfrage aussprechen darf. Bei der Abstimmung war lediglich die CDU für den Vorschlag der Stadt. Grüne und WfW waren dagegen. Die SPD enthielt sich. Die ominöse Vorlage wird nun dem Verkehrs-, später dem Hauptausschuss übergeben, bevor dann der Rat der Stadt in der Sitzung am 30.März entscheidet.

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