Angeklagter beteuert seine Unschuld.

Wuppertal. Seit heute muss sich ein 39 Jahre alter Polizist in einer Berufungsverhandlung wegen Körperverletzung im Amt vor dem Landgericht verantworten. Im Mai 2009 hatte das Amtsgericht den 39-Jährigen wegen Körperverletzung im Amt und Beleidigung zu einer Geldstrafe von sechs Monatsgehältern - das sind 12.600 Euro - verurteilt. Dagegen hatten Verteidigung und Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Immerhin hatte Rechtsanwalt Claus Burghoff damals Freispruch für seinen Mandanten gefordert, der bis zuletzt seine Unschuld beteuert hatte. Diese beteuerte er auch zum gestrigen Prozessauftakt.

Laut Anklage soll der Polizist vor genau drei Jahren - im Februar 2007 - bei einer Räumung des Restaurants "Libanon" an der Luisenstraße Gäste beleidigt haben und handgreiflich geworden sein. Unter anderem soll er eine Frau als "Spinnerin" beschimpft, einer anderen den Arm verdreht und einen Kellner ins Gesäß getreten haben.

Widersprüchliche Aussagen über den Verlauf des Abends

Schon im erstinstanzlichen Prozess hatten die diversen Zeugen ein äußerst unterschiedliches Bild des Abends vermittelt. Es gab die Aussagen der Polizisten und die Aussagen der Gäste. Letztere wurden auch heute gehört - einige von ihnen kämpfen inzwischen mit größeren Erinnerunglücken.

Wieder schilderten sie die Ereignisse des Abends, der nach einer Feier mit einem Polizeieinsatz rigoros endete. Einig waren sie sich darin, dass manche der Polizeibeamten nicht angemessen reagierten - allein wer und wie, darin waren sie sich nicht einig. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft übrigens in der gleichen Sache ein Ermittlungsverfahren gegen zwei weitere Beamte eingeleitet, die im amtsgerichtlichen Prozess von den Zeugen belastet wurden.

In der kommenden Woche sollen acht Polizisten als Zeugen vernommen werden. Ein Urteil wird Anfang März erwartet.

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